Client - Command - Cover
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Client Command


  • Label: Out Of Line/SPV
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein durchaus gutes Album mit einigen Höhepunkten und leider einem grauen Mittelteil.

Hinter strengen Frisuren und zwischen Style sowie Uniform-Fetisch verbergen sich die britischen Damen von Kate Holmes und Sarah Blackwood (auch bekannt unter den „Pseudonymen“ Client A/Client B). Nachdem anfänglich noch die Gesichter höchstens bei Live-Auftritten ihren Weg in die Öffentlichkeit fanden und das Spiel aus Anonymität/Stewardess-Outfit mit der gewissen Strenge in einem kühlen Electro-Pop-Sound mit Hits wie „Rock And Roll Machine“ und „Pornography“ (inkl. Guest Vocals von Ex-Libertine Carl Barat) perfektioniert wurde, erspielten sich die Britinnen eine treue Fangemeinde.

Nicht zuletzt die Auftritte mit Depeche Mode, den Pet Shop Boys, Karl Bartos und Erasure brachten Client jede Menge weitere interessierte Hörer ein, die auch die Headliner-Shows bevölkerten. „Command“ ist nun das vierte Studioalbum aus dem kühlen Kosmos der Verfechterinnen elektronischer Popmusik, kommt kurzweilig daher, lässt aber wie schon die letzten beiden Alben die kompakte Stärke des selbstbetitelten Debüts vermissen, was aber immer noch für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in einem vermeintlich brach liegenden, von zwischenzeitlichen Hypes wie dem so genannten Electroclash aufgewühlten, Genre sorgt.

Der Opener ist mit „Petrol“ bestens gewählt, verursacht er doch gleich zu Beginn ein unwiderstehliches Zucken in den Zehnen, was durchaus den Beinen folgend den ganzen Körper erreichen kann. Während der Bass stilvoll pumpt, erklimmen die eingestreuten Sounds eine Spielwiese, welche dank reizend geäußerter Textzeilen wie „...your lips taste the gasoline“ schon angenehm gezuckert ist und eindeutig Lust auf mehr macht. „Can You Feel“ schlägt, wenn auch sonniger, in eine ähnliche Kerbe, die hitverdächtig ausgehöhlt ist. Piano-Sounds und New Order-Bassläufe erledigen den Rest und wir sind wieder gefangen, in dieser sonderbaren Welt aus zurückhaltender Eleganz, dem nötigen, ja erotisierenden Biss und lockerer Popmusik, die einen trotz leichten Zugangs nachhaltig fesselt und nur sehr langsam den Reiz verblassen lässt.

Zuviel der dick aufgetragenen Disco-Beats wird es allerdings bei „Make Me Believe In You“, welcher mit der Brechstange den Dancefloor erobern will, dabei aber die so fesselnde Minimalität völlig außer Acht lässt. Danach geht es vorerst durchschnittlich weiter: Nett anzuhören, aber erst bei „Blackheart“ faszinieren Client wieder richtig. Tiefe Sequencer, Industrial-Sounds und ein an EBM orientierter Beat verschmelzen mit dem lieblichen Gesang und lassen genau so wie das facettenreich dekorierte „In My Mind“ aufhorchen, um abschließend sagen zu können, dass „Command“ ein durchaus gutes Album mit einigen Höhepunkten und leider auch einem grauen Mittelteil geworden ist.

Anspieltipps:

  • Petrol
  • Can You Feel
  • Blackheart
  • In My Mind

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