Heike Makatsch - Hilde (Heike Makatsch Singt Hildegard Knef) - Cover
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Heike Makatsch Hilde (Heike Makatsch Singt Hildegard Knef)


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Früher war alles besser! Heute suchen wir schließlich vergebens nach großen deutschen Persönlichkeiten im Musikbusiness. Da mag vielleicht jemand Superexport Tokio Hotel nennen, in Sachen Charisma hängt Bill hinter großen Namen wie Marlene Dietrich und eben der Knef ganz schön hinterher. Fangirls sind nicht das Gleiche wie richtige Bewunderer. Mit diesen ersten Zeilen ist dann auch die Masse schon gespalten und wir können uns der Materie zuwenden. Die 2002 verstorbene Hildegard Knef war nach Marlene Dietrich so ziemlich die größte Chansonette die Deutschland Tochter nennen durfte und nun kommt eine cineastische Erinnerung in die Kinos. Da man sich schlecht selbst spielen kann, besonders wenn man leider schon verstorben ist, übernimmt den Part ein großer Name des deutschen Fernsehens. In diesem Fall handelt es sich um Heike Makatsch, die tatsächlich eine gute Wahl für die kernige, nicht immer einfache, auf ihre ganz eigene Art verführerische Knef ist.

Nun gehört es inzwischen ja zum guten Ton, Lieder selbst zu singen und die Massen sind von so etwas auch immer überschwänglich begeistert, wie Filme wie „Walk The Line“ bewiesen haben. Dass die Schauspieler ihren Job gut machen, das ist doch aber das Mindeste. Sonst würde man kaum auf die Idee kommen, sie singen zu lassen. Allerdings ist es ein Trend mit Hochkonjunktur und die Leute sind schnell beeindruckt in solchen Fällen. Heike Makatsch auf jeden Fall hatte genug Zeit, immer wieder zu betonen, wie sehr sie Hilde bewundere, und ganz nebenbei eröffnet sich ihr ja vielleicht der Pfad der Sängerin. Zwar wurde auch um Hildegard Knef damals mehr Wind um ihre Nacktszene gemacht, jedoch ist sie letztendlich den meisten als Sängerin im Gedächtnis geblieben. Bei Heike Makatsch wird das wohl kaum passieren, aber eine zweigleisige Karriere ist nicht unbedingt auszuschließen.

Vom ersten Lied an wird nämlich deutlich, dass die Schauspielerin sich alle Mühe gibt, den Stil des Originals zu kopieren. Heike Makatsch singt die großen Gassenhauer wie „Für Mich Soll’s Rote Rosen Regnen“ oder „Von Nun An Geht’s Bergab“ ganz ähnlich wie „die Knef“. Natürlich fehlt das Timbre, diese gewisse Rauheit in der Stimme des Originals. Auch die oft orchestrale Untermalung klingt manchmal ein wenig zu jung, zu modern für die alten Klassiker, an anderen Stellen ist die gute Soundqualität allerdings auch sehr positiv zu bewerten. Das Gesamturteil für diesen Silberling ist am Ende allerdings nicht ein wirklich überragendes, denn auch, wenn die Songs nicht allzu viel von ihrer Magie verlieren, steht doch eher die Mühe der Kopie im Vordergrund und nicht ganz diese Freiheit, wie sie Knef einfach so ausstrahlen konnte, da sie ja nur sie selbst sein musste. Dazu kommt die recht kurze Spieldauer, womit man mit den meisten Best-Of-CDs der Chansonette besser beraten ist. Die Makatsch-Versionen kann man dann doch im Film genießen, wenn der Zuschauer sich auch von vornherein darauf einlässt, dass nun mal Heike Makatsch die Knef spielt. Auf Platte hört sich das rauchige Original einfach noch ein ganzes Stück besser an, als diese Vertonungen. Und man wünscht Hilde ganz herzlich, dass es für sie rote Rosen regnet.

Anspieltipps:

  • Fuer Mich Soll’s Rote Rosen Regnen
  • Von Nun An Geht’s Bergab
  • In Dieser Stadt

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