Andrew Gorczyca - Reflections: An Act Of Glass - Cover
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Andrew Gorczyca Reflections: An Act Of Glass


  • Label: ProgRock Records/SPV
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt sie doch noch, die Alben mit besonderem Hintergrund. In diesem Fall ist es eine dramatische Geschichte über einen viel zu jung gestorbenen Künstler. Andrew Gorczyca war kein Superstar oder etwas dergleichen. Er war schlichtweg jemand, der die Musik liebte, wie man sie nur lieben kann, und der nie die Chance bekam, seine Musik einem größeren Publikum vorzuspielen. So fasste sich sein Bruder, bekannt unter dem Pseudonym Chris G, ein Herz und spielte mit einer Reihe von Rockmusikern die Stücke Andrews ein, um sie dann auf einer Platte verewigen zu können. Der Tribut, der entstand, erinnert zwar auch entfernt an progressiven Rock, aber in erster Linie an die Achtziger, als Gorczyca gerade dem Jugenddasein entkommen war.

Es brauch nicht einmal zwei Minuten des langen Openers „The Tall Tale Heart“, um die Wurzeln der Achtziger zu realisieren. Man fühlt sich zwei bis drei Dekaden zurückversetzt und genießt die Einfachheit des Seins. Positive Melodien, die sich gewaltlos ins Ohr legen, um zu verschwinden, nicht ohne ein Lächeln zu hinterlassen. „From This Day Forward“ setzt einfach das fort, was der Anfang schon begonnen hat. Dann werden aber rechtzeitig die Schlagzahlen erhöht und „Give It Time“ rockt schon eine ganze Ecke mehr, als der Anfang des Albums. Bei gerade mal acht Tracks wird das allerdings auch langsam Zeit. Für jene die dieses Album tatsächlich als progressives Werk durchboxen wollen, sollte „How Can We Go On This Way?“ endgültig einen Strich durch die Rechnung machen.

Was fehlt ist das Lied, dass dem Hörer im Ohr bleibt und als hätten sich Chris G und Helfer ebenfalls gedacht, kommt mit „Lost In It All“ ein richtiger Ohrwurm, der phasenweise ungewöhnlich, aber dennoch hörenswert ist. Während sich anschließend der „Curiosity Song“ wieder den Beginn des Albums zum Vorbild nimmt, wie auch später der Abschluss „All Fixed“ (wenngleich dieser ein Stück psychedelischer), birgt „Peasant Under Class“ dann doch tatsächlich mal einen richtigen Prog-Rock-Song. Mit dieser wilden Mischung aus Achtzigern und einem Hauch Progressivität endet nach gut vierzig Minuten ein altmodisches Klangerlebnis, das solide erscheint. Außerhalb der Wertung steht die gute Tat dieses Albums und auch wenn es nicht eine musikalische Offenbarung ist, ist es schön, dass nun der ein oder andere Gorczycas Musik hören kann.

Anspieltipps:

  • Lost In It All
  • Give It Time
  • Peasant Under Class

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