Der Tante Renate - Splitter - Cover
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Der Tante Renate Splitter


  • Label: Audiolith/Broken Silence
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon seit geraumer Zeit mixt „Der Tante Renate“ alias Norman Kolodziej an seinem elektronischen Gebräu aus Rave, Trash Pop und Techno. Er hat mit Audiolith Records in Hamburg sein musikalisches Brauhaus gefunden und „Splitter“ ist nach dem 2005er Debüt „666 Deluxe“ der mittlerweile dritte Langspieler des Mannes, der auch schon durch die Kollaboration mit Kevin Hamann („Clickclickdecker“) als die Band „Bratze“ von sich hören machte.

Der Nachfolger seines vor zwei Jahren erschienenen „Simplex“ ist im unmittelbaren Vergleich klanglich aggressiver und vielfältiger ausgefallen. Zwar bekommt man auch hier den typischen, vorherrschend minimalistisch, aber dennoch unkonventionellen und von Rhythmuswechseln dominierten Computersound „Der Tante Renate“ um die Ohren geschossen („Disconnect“, „Psychobot“). Jedoch schafft es Kolodziej darüber hinaus seine knapp vierzig splitternden Minuten um ausgedehnte, futuristische und krachend-harte Boxenklänge zu erweitern („Vagabond“, „Stumpf, Schwarz“) und „Splitter“ somit zu einem astreinen Elektrohochgenuss zu katapultieren. Schweißdrüsen animierende Clubkracher („Attakk“, „Becknacktodrom“) bitten zum exzessiven Keller-clubiggen Tanze. Auch die Exkursion in melodiös-sanfte Trance-Sphären auf „43644466“ verzichtet auf allzu exorbitante akustische Add-ons und kreiert somit eine hochenergetische, von rhythmischen Hooklines besessene und Trackübergreifende Album-Atmosphäre, die man als den idealen Soundtrack für ein feierfreudiges und impulsives Nachtleben nur wärmstens empfehlen kann. Putzmunter und energiebeseelt springen und rumoren die elf neuen Stücke im akustisch-elektronischen Quadrat um fast ausnahmslos chronisch gute Laune zu verbreiten.

Inmitten manischem 80er Jahre Industrial-Pop, Hight-Tech-Elektronik-Klängen und verspielten Sampler-Attitüde fühlt sich „Der Tante Renate“ hörbar pudelwohl. Mit Notebook, Keyboard und einer Menge Bass im Gepäck, weiß der Norman nun mal äußerst kreativ umzugehen, um damit auch noch die Onkel, die Neffe, der Nichte, die Schwager und alle anderen verdrehten Verwandten mit auf den wummernden Dancefloor zu schleppen.

Anspieltipps:

  • Vagabond
  • Stumpf, Schwarz
  • Beknacktodrom
  • Heman RX

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