Eat The Gun - Super Pursuit Mode Aggressive Thrash Distortion - Cover
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Eat The Gun Super Pursuit Mode Aggressive Thrash Distortion


  • Label: Limited Access Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Insidertipp für gestandene Hardrocker!

Liebe Leute! „Super pursuit mode aggressive thrash distortion“ hat mit dem im Titel untergebrachten Genre überhaupt nichts am Hut und jagt nicht wie Michael Knight im schwarzen Trans AM im Höllentempo aus den Boxen, sondern ist vielmehr ein melodisch-groovendes Hardrockalbum, das in der ersten Hälfte ordentlich Laune macht, jedoch leider hinten raus an Vorhersehbarkeit und überambitionierter Herangehensweise erkrankt, wodurch die vorher aufgestauten Pluspunkte teilweise ins Negative gekehrt werden. Doch keine Angst: Die drei Münsteraner Hendrik Ücüncü (Gesang, Gitarre), Phil Hüls (Bass) und Gereon Homann (Schlagzeug) unterhalten die angestrebte Zielgruppe gut und ausreichend Abwechslung ist auf dem Nachfolger zu „Cross your fingers“ (03/2006) ebenso vorhanden.

„Tendency to sin“ ist als Opener zwar noch eine durchwachsene Tralala-Rocknummer, bei der gerade einmal das heisere Organ von Hendrik und der dünne Schlagzeugsound vorgestellt werden, aber „Solitary sinners“ und „Showdown“ sind bereits drei Stufen weiter oben, verzücken mit zappeliger Rhythmik und versetzen das Haupthaar gekonnt in Schwingung. In „Wiser“ dürfen sogar Henning Wehland von H-Blockx und Ingo Knollmann der Donots einen Gastauftritt beisteuern und legen einen krachigen Rock´n´Roller hin, der live die tanzende Meute ordentlich in Bewegung versetzen dürfte. Leider kann das im Tempo gedrosselte „Walk out on me“ das Niveau nicht halten und leitet den qualitativ schwankenden Teil der Platte ein.

Anflüge von Rotzrock gibt es anschließend mit „Blood running back“ und „Unleash the freak“, die in ihrem harten Klangkleid die Independent-Attitüde von Eat The Gun bestens unterstreichen, während „Renegade“ keinerlei Spannung aufbaut, sondern sich eines ausgelutschten 0815-Aufbaus bedient, der in ähnlicher Weise auch „The shallow brained“ heimsucht, dort aber durch die Kürze des Songs (2 Minuten und ein paar Zerquetschte) nicht so sehr ins Gewicht fällt. „Viva la insane“ könnte dann als letztes Aufbäumen vor dem gähnend langweiligen Abschluss „Greedom speaks“ verstanden werden, denn was die drei Herrschaften im Albumender an einfallslos hingenudelten Riffs aus dem Giftschrank der tiefsten 80er Jahre hervorkramen und dem Hörer an klischeetriefender Bad Guy-Verzerrerstimme vorsetzen, ist in seiner Darbietung beinahe unerträglich. So bleibt „Super pursuit mode aggressive thrash distortion“ letzten Endes lediglich ein Insidertipp für gestandene Hardrocker, da es zu viele widerspenstige Schattenseiten besitzt zwischen die Eat The Gun trotz vorhandenem Potential zu selten Licht hindurchscheinen lassen.

Anspieltipps:

  • Showdown
  • Viva La Insane
  • Unleash The Freak

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