Eminem - Relapse - Cover
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Eminem Relapse


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 76 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Relapse“ reift mit zunehmender Spielsdauer zu einem unerwartet starken Comeback für den 36-Jährigen heran.

Das Leben hat es in den vergangenen Jahren nicht gut gemeint mit Marshall Bruce Mathers III alias Eminem. Obwohl der Rapper aus Detroit nach mehr als 75 Millionen verkauften Tonträgern für immer ausgesorgt hat und glücklich zufrieden sein sollte, glänzte er zuletzt nur noch durch künstlerische Abwesenheit und machte Schlagzeilen mit Drogenbeichten und dem Eingeständnis seiner Schreibblockade. Eigentlich wollte man aus diesen Gründen bereits den Deckel über das Kapitel Eminem schließen.

Dann tauchte mit „Crack a bottle“ plötzlich ein neuer Track von Eminem im Internet auf, der sämtliche US-Download-Rekorde sprengte. Er war der Vorbote für das neue Album namens „Relapse“, für das die bereits fertige neue 50-Cent-CD auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Schließlich ist Eminem noch immer die größere Nummer auf Shady Records und wenn er ruft, heißt es gefälligst anzutreten bzw. zurückzustecken. Und diese Reihenfolge passt! Denn „Relapse“ ist das erste Studio-Lebenszeichen von Eminem seit fünf Jahren, während das 2007er Album von 50 Cent („Curtis“) auf ganzer Linie enttäuschte und großen Frust auslöste. Das hat die Lust auf neues Fiddy-Material bis dato nachhaltig verdorben.

Bis auf einen wurden alle Tracks auf „Relapse“ von Dr. Dre produziert. Und dieser schneiderte seinem Schützling ein Album auf den Leib, das die hohen Ansprüche trotz der langen Spielzeit von fast 80 Minuten ohne aufkommende Langeweile locker erfüllt. Eminem präsentiert sich in Topform und schießt seine Rap-Giftpfeile in Kombination mit seinem unverwechselbaren hochmelodischen HipHop auf das Publikum. Dabei verarbeitet („Déjà vu“) und erklärt („Underground“) er seine Drogenerfahrungen („Dr. West“) und disst die halbe (vornehmlich) weibliche Showbranche. So ist „Bagpipes from Baghdad” eine wunderbar böse und zynische Abrechnung mit Singdrossel Mariah Carey, zu der Eminem angeblich eine Beziehung hatte, was Frau Carey entschieden bestreitet und „My mom“ ist eine nicht minder bittere „Hommage“ an seine Mutter.

Dass Mr. Mathers gerne andere Menschen veräppelt oder derbe aufs Korn nimmt, zeigt auch der Videoclip zur ersten Singleauskopplung „We made you“, in der u.a. Jessica Simpson, Britney Spears, Lindsay Lohan und Amy Winehouse ihr Fett wegbekommen. Doch andere Leute hochzunehmen ist nicht das zentrale Element des Albums. Dazu sind viele Texte zu persönlich und düster („3 a.m.“, „Insane“). Diese Ernsthaftigkeit tut dem Album sehr gut, so dass „Relapse“ mit zunehmender Spielsdauer zu einem unerwartet starken Comeback für den 36-Jährigen heranreift, bei dem die Raps messerscharf auf den Punkt kommen und die Beats jede Bassbox in die Knie zwingen.

Anspieltipps:

  • 3 a.m.
  • My mom
  • Medicine ball
  • Old time’s sake
  • Must be the ganja
  • Steve Berman (Skit)
  • Bagpipes from Baghdad

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