Loaded - Sick - Cover
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Loaded Sick


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Velvet Revolver liegen momentan für unbestimmte Zeit auf Eis. Klar, ohne den abgedankten Sänger Scott Weiland rockt es sich ziemlich bescheiden. Eine gute Gelegenheit für Duff McKagan (Ex-Guns-‘N-Roses und inzwischen Velvet-Revolver-Basist) sein Nebenprojekt Loaded zu reaktivieren. Bei Loaded spielt McKagan Gitarre und steht am Mikrophon – und zwar ohne den nervigen Druck eines Majorlabels im Rücken, das Singlehits zur Vermarktung eines Albums verlangt.

Entsprechend entkrampft, aber auch um einiges rauer und kantiger geht es bei Loaded zur Sache, wie schon der punkige Opener und Titelsong „Sick“ zeigt. McKagan und Co. müssen auf nichts niemanden Rücksicht nehmen und rocken frisch und hart von der Leber weg. Dabei streifen Loaded musikalisch ein paar mal die Jagdgebiete der Gunners („Sleaze factory“, „No shame“) und verwenden Songs, die ursprünglich für das „Libertad“-Album von Velvet Revolver entstanden sind („Forgive me“, „Wasted heart“, „No more“), aber nicht benutzt wurden, weil Enfant terrible Scott Weiland sie abgelehnt hat.

So kommen die geneigten Hörer in den Genuss einer lässigen 20.000-Dollar-Produktion (ein Trinkgeld für einen Major, aber – es funktioniert!), die einfach nur Spaß machen und unterhalten will. McKagan und seine Kumpel (Mike Squires an der Gitarre, Jeff Rouse am Bass und Geoff Reading hinter der Schießbude) mischen Sleaze-, Punk- und Hardrock zu einer gefälligen Einheit, die natürlich keine großen Bäume ausreißen kann, was Duff McKagan aber vollkommen Bewusst ist und ihn sympathisch macht.

Ohne den Wahnsinn eines Genies wie Axl Rose und das exaltierte Gehabe von Scott Weiland spielt McKagan befreit auf und lässt seiner Band freie Hand. Diese zaubert u.a. mit der melodischen Ballade „Mother’s day“, dem forsch rumpelnden „I see you through“ oder dem GNR-artigen „No shame“ tatsächlich die eine oder andere Perle aus dem Hut und liefert damit für all diejenigen, denen der Axl-Rose-Alleingang unter dem GNR-Deckmantel („Chinese Democracy“) nicht gefallen hat, eine Wiedergutmachung ab. Wie gesagt: An „Sick“ ist nichts neu, sensationell oder innovativ, aber gerade das macht dieses Album so liebenswürdig. Ein solides Stück Rockmusik. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Anspieltipps:

  • IOU
  • No shame
  • Translucent
  • Sleaze factory
  • Mother’s day

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