Killed By 9v Batteries - Escape Plans Make It Hard To Wait For Success - Cover
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Killed By 9v Batteries Escape Plans Make It Hard To Wait For Success


  • Label: Siluh Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Schrammlig, schrammliger, Killed By 9V Batteries! Wolfgang Möstli, Mario Zangl, Mario Loder und Phillipp Ludersdorfer aus der Steiermark pfeifen auf durchproduzierte und abgeschliffene Aufnahmen der Marke superprofessionell und nehmen ihre Songs direkt in den eigenen vier Wänden auf und lassen sie nur geringfügig mastern. Heraus kommt ein Garagenklang, wie er im Buche steht und das ganze wird verpackt in einige unerwartete Ideen (der Folkanklang in „Force Him To Rule His Own World“) und elendig lange, einfallsreiche Texte gibt es als hübsche Schleife drum herum. Und wer sich die Playlist genau anschaut, findet auch das große Vorbild der Jungs (na, schon gefunden?)

Im Gegensatz zu den langen Titeln, sei es nun der Bandname oder die Liedtitel, kommt die Musik immer sofort auf den Punkt. Würde die Musik der Steiermarker ein Bett widerspiegeln, stünde man hier nicht vor einem prächtigen Himmelbett mit allerlei orientalischen Firlefanz, sondern vor dem Bett billigster Preisklasse von Ikea: Ein viereckiger Grundriss aus massivem Holz, der seinen Zweck erfüllt und irgendwie einfach unkaputtbar ist. So stürmt „I Was Caught By Some Popular Lines“ heran, dass Eltern sich verzweifelt die Ohren zu halten und nicht etwa weil die Lieder unmelodisch, sondern einfach kratzig sind. Hier wird auf primitivste, jedoch auch effektive Weise Aggression abgebaut. Vorsicht Steinbruch!

Tracks wie „Acting Moderate“ oder „Time Strangles Information Of Everything I Want“ sowie der Ausklang von „Operate Loveparade Deathbrigade fegen nur so durch die Zimmer und man kann froh sein, dass keine Grashalme da sind, denn es würde keiner ürbig bleiben. Trotz dieser ungestümen Ader geht die Melodie allerdings nie verloren. Hört sich „The City Is Lit When You’re On Top Of It“ auch an, als würde eine Säge über die Gitarrensaiten wandern, paart sich dieser merkwürdige Klang doch mit einer butterweichen Melodie. So schrammelt und trällert die Platte selbst auf ihr Ende zu und wenn nicht grade Luft geholt wird („Make Her Parties Unique“) wird gekratzt, was das Zeug hält.

Wie bewertet man jetzt diesen Deutschrock aller „Dampfmaschine“, der dazu noch Seitenblicke auf die Arctic Monkeys („Whatever People Say I Am, I Am“) liefert (war doch gar nicht so schwer, oder?)? Den Jungs ist auf jeden Fall zugute zu halten, dass sie definitiv ihr eigenes Ding durchziehen, aber sei es die Produktion oder ihre Musik selbst, heben sich die Songs nicht genug voneinander ab und das ein oder andere Mal drohen die neuen Riffs im großen Krach unterzugehen. So lässt sich zum Opener wunderbar abfeiern, doch das ganze Album muss dann doch nicht immer sein. Da dann doch lieber die Vorbilder von der Insel.

Anspieltipps:

  • I Was Caught By Some Popular Lines
  • Force Him To Rule His Own World
  • Whatever People Say I Am, I Am

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