Jimmy Bowskill - Jimmy Bowskill - Cover
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Jimmy Bowskill Jimmy Bowskill


  • Label: Factor Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Was ist plötzlich geschehen, dass unsere Redaktion in letzter Zeit regelmäßig mit neuen Bluesalben z.B. von Derek Trucks, Todd Wolfe, Aynsley Lister und nun auch Jimmy Bowskill bemustert wird? Zufall oder Revival? Keine Ahnung! Auf jeden Fall haben alle besprochenen Werke der genannten Gitarristen eines gemeinsam: Die Herren werden in aller Regel mit massiven Vorschusslorbeeren bedacht und mit der schweren Bürde von Wunderkindern ihres Genres ins Rennen geschickt. Am Ende ist die Enttäuschung nicht selten groß, weil eben keine Wunder zu hören sind, sondern ganz normales Bluesrock-Handwerk.

Mit Jimmy Bowskill, einem gerade mal 18jährigen Kanadier, der bereits als Elfjähriger sein Debütalbum („Old Soul“, 2002) aufnahm), steht nun der nächste Vertreter aus der Abteilung Gitarristen-Wunderkind in den Startlöchern, wobei das vorliegende Werk bereits das dritte Studioalbum des Jungspundes ist. Das selbstbetitelte Album erschien bereits vor zwei Jahren in der Heimat Bowskills und kann nun auch hierzulande ganz offiziell bestaunt werden. Der Nachfolger von „Soap Bars & Dog Ears“ (2005) bedient sich an der gesamten Bandbreite des Blues, was heißen will, dass es darauf akustische Stücke („Nine“), heftigen Rock á la ZZ Top („Diamond ring“), herrlich schmutzige Gitarrensoli („Rattle snake shake“), poppiges Material („Falling“), Reminiszenzen an Vorbilder wie Led Zeppelin („Drifting haze“) und Jimmy Hendrix („Far from reality“) sowie einen offenbar live im Studio aufgenommen Reggae-Tribut an Bob Marley und Co. zu hören gibt („Black sea star“).

Jimmy Bowskill schmeißt bereits in seinem jungen Alter haufenweise mit coolen Licks und Riffs um sich und auch seine Stimme ist für die eines Teenagers schon sehr weit. Hier ist in der Tat großes Potenzial vorhanden. Allerdings haben Bowskills Songs als Ganzes noch die eine oder andere Länge bzw. nicht so spannende Ideen zu verkraften, wie z.B. in „The kara-dag“, was nichts anderes als ein aufgebrezeltes 3-Minuten-Drum-Solo ist. Das mag live gewiss ganz spaßig sein (z.B. um sich ein neues Bier zu holen), auf einem Album hat so etwas nichts zu suchen.

Sei’s drum. Der aufmerksame Hörer wird deutlich spüren, dass Jimmy Bowskill ein Musiker mit Leidenschaft ist, der fraglos sehr viel Talent hat. Dieses gilt es jetzt zu kanalisieren, etwa durch eine Backing Band, die den 18-Jährigen als Songwriter noch mehr fordert. Dann klingt das nächste Album vielleicht nicht mehr wie eine Aneinanderreihung verschiedener Bluesspielarten, sondern wie eine homogene Einheit.

Anspieltipps:

  • Loser
  • Diamond ring
  • Far from reality
  • Rattlesnake shake

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