Todd Wolfe - Borrowed Time - Cover
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Todd Wolfe Borrowed Time


  • Label: Hypertension Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Foto ersetzt tausend Worte. Eingerahmt von mindestens einem Dutzend Gitarren sitzt er da und schaut versonnen in die Kamera: Todd Wolfe, amerikanischer Berufsgitarrist und in den 90er Jahren Bandmitglied und Co-Songwriter von Popstar und Grammy-Gewinnerin Sheryl Crow. Ganz klar, dieser Mann hat eine Passion, bzw. zwei, um genau zu sein: Den Blues und Gitarre spielen.

Mit „Borrowed Time“ legt Todd Wolfe sein neues Soloalbum vor, das in den USA bereits im Oktober des vergangenen Jahres herauskam und nun auch vom Hamburger Mini-Label Hypertension Music mit einer geänderter Songreihenfolge und anderem Frontcover auf dem deutschen Markt platziert wird. Darauf präsentiert der aus New York stammende Gitarrist seine gewohnt urwüchsige Bluesmusik, für die er bis dato sämtliche Verlockungen von Majorlabels in den Wind schrieb.

Mr. Wolfe mag es im richtigen Leben wie bei seiner Musik offenbar ein paar Nummern kleiner, sprich ohne Zwänge, Druck und Bombastproduktion. Das hört man bei allen Songs auf „Borrowed Time“ deutlich heraus. Ohne Hast kaut er marginale Songideen wie „You’re not the only one“ fast vier Minuten lang durch und erfreut sich an seinem kauzigen Slide-Gitarre-Spiel oder bietet unscheinbare Nummern wie das zusammen mit Sheryl Crow geschriebene „California“ dar, bei der sich ungefähr erahnen lässt, was daraus geworden wäre, wenn Frau Crow zusammen mit einem Top-Produzenten plus Majorbudget weiter daran gearbeitet hätte. Doch das ist erwiesenermaßen nicht die Welt des New Yorkers, soviel ist klar. Und das ist auch gut so.

„Borrowed Time“ soll vornehmlich Bluesfreunde befriedigen und schafft dies auch mit den bekannt effektiven Zutaten aus der Blues(rock)küche, die mit überschaubarer Ausrüstung – bestehend aus Gitarre, Bass und Schlagzeug – aufgekocht und mit dezenten Würz-Spritzern aus Piano, Orgel und Keyboards aufgepeppt werden. Das ist weder spektakulär noch neu und will dies auch gar nicht sein. Dadurch leidet vielleicht ein wenig die Abwechslung (auch wenn Wolfe in einem Song wie „Who’s been talking“ wie weiland Carlos Santana klingt), aber durch sein brillantes Gitarrenspiel macht der Ausnahmemusiker solch Mini-Defizite wieder wett.

Anspieltipps:

  • Oh well
  • If this is love
  • Tears of rage
  • Cold black night
  • Who’s been talking

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