Great Lake Swimmers - Lost Channels - Cover
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Great Lake Swimmers Lost Channels


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie man es auch dreht und wendet, die Great Lake Swimmers bewegen sich auf hohem Niveau und liefern mit „Lost Channels“ vielleicht sogar ihr bisher bestes Werk ab.

Anfangs als Solo-Projekt von Tony Dekker gestartet, gesellte sich 2003 zur Zeit der Veröffentlichung des gleichnamigen Debüts eine Band zum Mastermind, welche zusammen als Great Lake Swimmers agieren. Bereits drei Alben und eine EP gehen auf das Konto der in Kanada mit mehreren Awards ausgezeichneten Band, die zur Zeit mit der Besetzung aus Tony Dekker (Gesang, Gitarre), Erik Amesen (Banjo, Gitarre), Julie Fadeer (Gesang, Flöte, Keyboard), Greg Millson (Schlagzeug) und Bret Higgins (Bass) daherkommt. Wie bereits auf dem vorigen Werk „Ongiara“ aus 2007 kann man auch auf dem vierten Longplayer „Lost Channels“ schöngeistige Folk-Musik bestaunen, deren zeitweise beschwingteren Momente dem Album sehr gut tun.

Im luftig-lockeren Folk-Pop des Openers „Palmistry“ finden sich großartige Melodien, lieblich treibendes Schlagzeugspiel und sonnige Gitarren, die den hellen Gesang von Tony Dekker wunderbar stimmig einrahmen. Mit weitaus mehr Melancholie und einsamer Wüsten-Atmosphäre blinzelt das folgende „Everything Is Moving So Fast” um die Ecke, welches eine reduziertere Instrumentierung offenbart, dabei aber nicht minder eindringlich den Hörer umgarnt. Besonders die Trommeln und Percussions faszinieren im Zusammenspiel mit den Vocals von Tony D. sowie Julie Fadeer. Zwischen frühlingshaften Folk-Perlen, die zum Tänzeln einladen, befinden sich immer wieder diese herausragenden, dunklen Folk-Intimitäten, wie zum Beispiel “Concrete Heart” oder “Stealing Tomorrow”. Reduziert in der Instrumentierung, aber groß im Ausdruck, könnte man da pathetisch aber allzu treffend sagen.

Auch wenn die melancholischen, ruhigen Elemente das Herzstück von „Lost Channels“ bilden und die Atmosphäre einer fast ausschließlich von Gitarren getragenen Wohltat wie „Stealing Tomorrow“ einen immer wieder zutiefst berührt, sind auch die losgelösten, leichtfüßigen Folk/Country-Arrangements ein wichtiger Kontrastpunkt auf diesem Werk der Great Lake Swimmers. Klassischer Country, wie ihn „The Chorus In The Underground“ offeriert, wird eben im Falle der Kanadier mit genau so viel Herzblut präsentiert, wie die erobernden, dunklen Epen voller Wehmut. Wie man es auch dreht und wendet, die Great Lake Swimmers bewegen sich auf hohem Niveau und liefern mit „Lost Channels“ vielleicht sogar ihr bisher bestes Werk ab.

Anspieltipps:

  • Everything Is Moving So Fast
  • Pulling On A Line
  • Stealing Tomorrow
  • River´s Edge

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