Derek Sherinian - Molecular Heinosity - Cover
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Derek Sherinian Molecular Heinosity


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das atmosphärisch-düstere Intro klingt recht viel versprechend. Synthi-Klangteppiche prallen auf verzerrte Gitarren und machen Lust auf mehr. Doch dann beginnt das Schlamassel: viele viel versprechende Themen prallen aufeinander, gehen ineinander üben, werden aber nur in wenigen Fällen wirklich durchgehalten. Das alte Prog Metal Problem: tolle Musik, nur weiß man nicht so recht, wann man sie hören soll. Zum seeligen Headbangen zu wenig druckvoll und zu wenig treibend. Zum gemütlichen entspannen aber zu komplex, zu raffiniert und zu anstrengend.

Dieses prinzipielle Problem haftet dem neuen Album von Prog Metal-Ikone Derek Sherinian leider zu jedem Zeitpunkt an. Dabei ist die Produktion der fast durchgängig instrumentalen Scheibe durchaus gelungen und die Musiker um Bandchef und Keyboarder Sherinian verstehen etwas von ihrem Handwerk. Immerhin geben sich renommierte Studio- und Live-Größen wie Zakk Wylde (Ozzy Osbourne), Virgil Donati (Steve Vai) und Tony Franklin (Jimmy Page) die Klinke in die Hand.

Das ändert allerdings wenig daran, dass die insgesamt neun Songs der Scheibe durch ihre Komplexität häufig überfrachtet Klingen. So fühlt es sich fast wie eine Wohltat an, wenn bei den verhältnismäßig einfachen Rhythmen von „Frozen By Fire“ teilweise die Metal-Gitarren regieren – jedenfalls so lange, bis das allseits präsente und oft nervig verzerrte Keyboard wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Insgesamt hätte etwas mehr Struktur und Mut zu geradlinigeren Kompositionen vielen Titeln gut getan. Zu häufig klingen die Songs nach Jamsessions, die auf CD gebannt wurden. Lediglich bei „So Far Gone“ ist Gesang zu hören. Die dadurch etwas leichter konsumierbarere Nummer könnte als Leitfaden für die nächste Veröffentlichung dienen, denn hier werden die progressiven Elemente sinnvoll in den Dienst des Songs gestellt. Dieser Titel wird Freunden harter Rockmusik durchaus gefallen, ansonsten ist „Molecular Heinosity“ eher an Prog-Metal Fetischisten zu empfehlen.

Anspieltipps:

  • Frozen By Fire
  • So Far Gone

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