Primordial - Imrama (Re-Release) - Cover
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Primordial Imrama (Re-Release)


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 94 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

So wünscht man sich Re-Release!

Nach über zehn Jahren mal wieder das Debüt einer Band hervorzuholen und sich der Entwicklung bewusst zu werden, die dieser Act über die Jahre vollzogen hat, ist meist eine sehr spannende Angelegenheit. Das 1995 bei Cacophonous Records (die Herrschaften von Cradle Of Filth sind dort auch in ihren Anfangstagen untergekommen) veröffentlichte Debüt „Imrama“ der irischen Pagan Metal-Truppe Primordial fällt da natürlich nicht aus dem Rahmen und wurde im Zuge einer Re-Release-Kampagne ihres jetzigen Labels Metal Blade neu abgemischt und um interessantes Bonusmaterial erweitert, das aber wohl eher auf den langjährigen Fan abzielt denn auf Gelegenheitskäufer, die sich von der schönen Verpackung angezogen fühlen könnten.

In einem in schwarz gehaltenen, edlen Pappschuber kommt die Neuauflage daher und sofort sticht einem die Bonus-DVD ins Auge, die mit einer Spielzeit von lediglich 26 Minuten in dürftiger Bild- und Tonqualität (das fünf Tracks umfassende Set stammt aus 1994 und ist daher kaum mit heutigen Maßstäben vergleichbar) verzichtbar scheint, jedoch für Sammler ein kleines Gustostückerl abgibt, sieht man schließlich Primordial in einem kleinen Club zu Beginn ihrer Karriere sich die Finger wund spielen und um Aufmerksamkeit buhlen. Sänger Alan schreit und kreischt mehr als er singt und auch die Nervosität ist allgegenwärtig, hat die Band doch gerade erst herausgefunden, dass reiner Black Metal ihnen zu limitiert ist und ihr Mix aus Folk, Black und Death namens Pagan Metal erst auf offene Ohren stoßen muss.

„Imrama“ im runderneuerten Klanggewand zeugt jedenfalls deutlich vom Anfang dieser Entscheidung, da viele Stücke noch sehr schwarz eingefärbt sind und der folkloristische Anteil einen sehr geringen Prozentanteil an den zehn Stücken des Originalwerkes einnimmt. So muss der geneigte Käufer, der möglicherweise erst durch den grandiosen letzten Longplayer „To the nameless dead“ (11/2007) auf die Band aufmerksam geworden ist, sich bewusst sein, dass gerade einmal „Fuil arsa“ dem folgenden musikalischen Output der Iren am nächsten kommt und sonst Klangexperimente wie „Mealltach“ oder deftige Black Metal-Nummern wie „Infernal summer“ oder „The fires...“ an der Tagesordnung stehen. Erweitert wird die Wiederveröffentlichung um vier Tracks der Demo „Dark romanticism“, die Primordial 1993 aufgenommen haben und im Gegensatz zur gelegentlich leicht überladenen Darbietung des Debüts trotz unausgeglichenerer Tonabmischung einen eigenen Charme besitzt, da sich die Kompositionen ohne die Hilfe eines professionellen Studios nur auf das Wesentliche konzentrieren konnten. So wünscht man sich jedenfalls einen ordentlichen Re-Release!

Anspieltipps:

  • Fuil Arsa
  • Here I Am King
  • Beneath A Bronze Sky
  • Among The Lazarae (Demo)

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