Nobelpenner - Meinten Sie Nibbelpeter? - Cover
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Nobelpenner Meinten Sie Nibbelpeter?


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Duo Nobelpenner besteht aus einem gewissen Uwe und einem Menschen namens Jansen, die Stücke auf dem ersten Album erstanden in mehreren Sessions über einen längeren Zeitraum und wurden vom Produzenten-Duo Dieter Gabriel and Mäni More eingefangen. Auch unter anderen Pseudonymen tätig, wurden eben deren Produktionen bereits mehrfach mit Gold ausgezeichnet. Soviel zu den mitunter seltsam anmutenden Fakten, die sich auf dem Genre-Hopping des Debütwerks „Meinten Sie Nibbelpeter“ zu einem Spielplatz der guten Laune auflösen und auch nicht vor infantilen Wortspielen Halt machen, dabei aber auf Gesamtlänge unterhalten.

Bevor es aber um die Musik geht, noch eine Anekdote, die zum Albumtitel führte. Als man vor einiger Zeit nämlich beim Suchmaschinen-Giganten nach „Nobelpenner“ suchte, wurde als Such-Alternative der „Nibbelpeter“ vorgeschlagen. Wer auch immer das ist: Mittlerweile gibt es über Nobelpenner genug Einträge im weltweiten Netz, so dass diese Alternative nicht mehr angeboten wird, dafür aber für einen amüsanten Albumtitel sorgte.

Als Intro kommt „Put Your Schniedel On The Record And Dance“ (kurz: „P.Y.S.O.T.R.A.D.”) in zweifelhafter Mike Krüger-Manier daher, wird aber vom mitreißenden Beat und dem polternden Klavier in “Hölle” mit zwingendem Groove schnell überholt. Dazu noch ein rastloses Banjo und der Sommerhit ist perfekt. Dass dafür auch ein Text über den Teufel, der die Six-Packs mit zur Grill-Party bringt und die durch Onanie verpfändete Seele reicht, ist wohl selbstredend. Große Lebensweisheiten wird man auf “Meinten Sie Nibbelpeter” ohnehin nicht finden, dafür gibt es eben musikalisch anspruchsvolle Party-Unterhaltung, Ballermann für die Indie-Community sozusagen, ein grandios schlechtes “th” in “Fuck The Wörld, Olé” inklusive.

Was wirklich begeistert, sind die verschiedenen Genres, die hier vereinnahmt werden, von HipHop über Folk und Dance bis hin zur modern verpackten traditionellen Folklore von “Unbekannter Schrank”. Obwohl man die Samples im vielschichtigen Soundkosmos suchen muss, sei doch lobend erwähnt, dass diese der eigenen Plattensammlung und so manchen Geräuschen des gewöhnlichen Wohnungshaushaltes entnommen wurden. Alles in allem also eine stimmungsvolle Angelegenheit, die vor allem musikalisch überzeugt, textlich allerdings öfters in nervende Albernheit abdriftet.

Anspieltipps:

  • Hölle
  • Elektrischer Zaun
  • Müde
  • Mädchen Von Balzac

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