Gentleman Reg - Jet Black - Cover
Große Ansicht

Gentleman Reg Jet Black


  • Label: Arts & Crafts/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Gentleman Reg. Der Name erinnert eher an den Spitznamen eines alternden Profiboxers als an den eines kanadischen Singer/Songwriter. Reg Vermue heißt der Musiker, der in den vergangenen Jahren bereits mit der Broken Social Scene, Sufjan Stevens oder auch den Hidden Cameras zusammengearbeitet hat.

„Jet Black“ lautet der Titel seines ersten musikalischen Lebenszeichen nach dem 2004er Album „Darby & Joan“. Manche Etappen des neuen Albums könnte man durchaus als melodiös-rockenden Pop-Mix umschreiben, die den Ehrenmann meist charmant und leichtohrig zwischen sommerlichen Klängen und geschmeidigem Rock N’ Roll Feeling positioniert und dabei Referenzen von Elliott Smith bis zu den „Fab Four“ ins Trommelfell musiziert. Der Opener „Coastline“ steht hörbar gut Pate für eine sonniges und Cabriolet-Spritztour bedingtes Küsten-Feeling und auch das schmissig-eingängige und von Garage-Gitarren verzogene „You Can’t Get It Back“ springt quietschfidel aus den Boxen. Auch die Bläser-Arrangements auf dem druckvollen Indie-Stampfer „How We Exit“ oder das bezaubernd sanfte Duett von Vermue mit Katie Sketch auf „Rewind“ zeigen was der Ahornblatt-Troubadour im Grunde auf dem Kasten haben kann.

Aber leider war es das dann auch schon mit den unbedingt erwähnenswerten akustischen Momenten auf „Jet Black“. Denn so sehr man diese Platte auch ganz arg doll lieb haben möchte- viel zuviel unaufdringliche wie auch unauffällige Songs tummeln sich (hauptsächlich) auf dem zweiten Teil des Albums und machen diesem Vorhaben einen fiesen Strich durch den Notenschlüssel. „When Heroes Change Professions“ schleicht eben so langsam und kicklos durch die Platte wie das völlig über das Ziel wummernde Elektro-Techno-Beat meets Akustik-Gitarren-Debakel eines „We’re In A Thunderstorm“ oder die nicht über Radiofüller-Niveau anzusiedelnden „Falling Back“ und „Everlong“. Lediglich der mit Morrissey ähnlichem Pomp und 60er Jahre Hammondorgel-Sound daher klingende Schlussakt „Rudy“ kann die ziemlich lahme Veranstaltung jener „B-Seite“ ein wenig kitten.

„Jet Black“ hat durchaus einige hörenswerte Highlights zu bieten. Dennoch darf man von einem selbsternannten Gentleman dann schließlich doch ein bisschen mehr erwarten. Reg Vermue ruft sein Gespür für nachhallende Kompositionen hier leider viel zu selten ab und darum wird dieses Album wahrscheinlich auch nicht allzu lange in Ohr und Gedächtnis haften bleiben.

Anspieltipps:

  • Coastline
  • You Can’t Get It Back
  • Rewind

Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Gentleman Reg“
comments powered by Disqus