Willie Tanner - How to Be A Complete Bastard - Cover
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Willie Tanner How to Be A Complete Bastard


  • Label: JumpStart Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Willie Tanner. Cooler Bandname – vorausgesetzt, man weiß, um wen es sich bei Willie Tanner handelt. Das war nämlich der Rollenname des Schauspielers Max Wright, der in der amerikanischen TV-Serie „ALF“ (1986-1990) das Familienoberhaupt der Familie Tanner verkörperte, die ein außerirdisches Zottelvieh vom Planeten Melmac namens Gordon Shumway nach einem Defekt seines Raumschiffs bei sich aufnahm und über Jahre viele derbe Streiche ertragen musste. Zu Gordon Shumways alias ALFs Lieblingsspeisen zählten z.B. gemeine Hauskatzen, wie die der Tanners. Man kann sich denken, zu welchen Verwicklungen allein diese Vorliebe führte.

Die Serie „ALF“ ist echter Fernsehkult der 80er Jahre, für den man sich noch nicht mal nachträglich schämen muss. „ALF“ fanden ausnahmslos alle gut. Oder etwa nicht? Egal! Definitiv nicht jedermanns Sache dürfte dagegen die Nürnberger Band Willie Tanner sein, die sich mit dem Namen von ALFs Quasi-Adoptiv-Vater schmückt. Das Quintett aus Nürnberg legt mit „How To Be A Complete Bastard“ sein komplett in Eigenregie auf die Beine gestelltes Debütalbum vor, das vor allem durch zwei markante Eigenarten genauso wenig in die Jetztzeit passen will, wie der Bandname der Franken.

Da wäre zu einem der antiquierte Crossover-Sound, den man schon Ende der 90er Jahre nicht mehr hören wollte und zum anderen die Tatsache, dass mit Kate T. eine Frau am Mikrophon steht. Vergleiche mit Die Happy und den Guano Apes lassen sich dadurch kaum vermeiden. Dabei waren wir so froh, dass diese Zeiten endlich vorbei sind. Aber nein, Willie Tanner wollen es tatsächlich wissen und servieren uns in persona Kate T. (Gesang), Sergio (Gitarre), Markus (Gitarre), Niko (Bass) und Andi (Drums) einen lauen Aufguss alternativer Rockmusik mit elektronischen Sprengseln, von dem trotz Minimalspielzeit von 35 Minuten überhaupt nichts hängenbleibt.

Melodien, Riffs, Gesang – hier klingt alles einfach nur langweilig und abgestanden. Da macht es noch nicht mal Sinn, einzelne Songs herauszupicken. Bringt eh nichts! Richtig ärgerlich wird es sogar, wenn im Presse-Waschzettel Referenzen der Sorte Metallica, L7, Kyuss und Skunk Anansie genannt werden. Das ist Größenwahn galore, der auf keine Kuhhaut mehr geht!

Anspieltipps:

  • Icecream wars
  • Plastic feelings
  • My poet monster

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