Maria Taylor - Lady Luck - Cover
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Maria Taylor Lady Luck


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

So tieftraurig und zum Weinen wie angekündigt ist dieser Longplayer gar nicht.

Wer ist diese Maria Taylor eigentlich und was erlaubt sie sich für Allüren? Gut, sie ist genau mein Alter (32 und ein ganzes bisschen), aber hat bisher doch eher bescheidenen Erfolg mit ihrer Band Azure Ray oder als Solokünstlerin mit ihren bisher zweieinhalb Alben gehabt. Trotzdem meint die amerikanische Singer/Songwriterin mir vorschreiben zu wollen, wie ich das aktuelle Album zu hören habe. „In einem dunklen Raum mit ein oder zwei Kerzen auf Kopfhörer, vielleicht sogar in der Badewanne, auf jeden Fall in horizontaler Lage.“ Das mit der Badewanne fällt mal gleich raus – dafür ist mir mein Laptop, der beim Schreiben schon eine große Hilfe ist, doch zu schade. Kerzen? Nicht im Frühling. Na gut, das Licht dimme ich ein wenig, aber Kopfhörer tausche ich doch lieber gegen High Fidelity Lautsprecher ein. In halb horizontaler Lage (die Beine habe ich hochgelegt) kann es dann endlich losgehen.

Welch‘ Enttäuschung folgt dann. So tieftraurig und zum Weinen wie eben noch angekündigt ist dieser Longplayer gar nicht. Die Enttäuschung auf die Erwartung verfliegt schnell angesichts der zehn wunderbar warmen Songs, die meine Altersgenossin präsentiert. Vielleicht nicht fröhlich, so doch überraschend locker peppen die zahlreichen, fast zufällig eingestreuten Instrumente den Opener „LadyLuck“ auf. Ähnliches gilt für „Time Lapse Lifeline“, dass verdächtig an die acht Jahre ältere Kollegin Lisa Loeb erinnert, um die es allerdings musikalisch in den letzten Jahre eher ruhig geworden ist.

Bis zur versprochenen Melancholie muss sich der Hörer noch gedulden – erst für die Aufarbeitung verflossener Liebe „My Favorite … Love“ hätte sich das Anzünden einer Kerze gelohnt. Nun kommt auch das hervorstechendste Merkmal der Musik von Maria Taylor zur richtigen Entfaltung – ihre einmalige und unverkennbare, ständig vibrierende, aber dennoch sehr starke Stimme. Nach dem Trennungssong weht ein frischer Windhauch, der die soeben angezündete Kerze wieder ausbläst und den Raum mit erfrischendem Zukunfts-Optimismus ausfüllt.

So abwechslungsreich geht es bis zum Ende weiter und mit den Duetten „Orchids“ und „Cartoons an forever plans“ folgen noch starke Höhepunkte am Ende. Einzige Nachteil dieser tollen CD: Nach 37 Minuten ist das Vergnügen schon zu Ende … wäre es wirklich eine durchweg ruhige CD gewesen, wäre kaum die Zeit zur Stimmungsmache geblieben. So lohnt es sich aber, die CD gleich nochmal durchlaufen zu lassen, schließlich gibt es noch so viel zu entdecken.

Anspieltipps:

  • Cartoons And Forever Plans
  • My favourite... love
  • Orchids

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