Kilians - They Are Calling Your Name - Cover
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Kilians They Are Calling Your Name


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man sich ganz unbefangen das zweite Werk der Kilians anhört, könnte man gar nicht meinen, dass diese fünf Jungs erst Anfang 20 sind und so etwas Spielfreudiges und sehr Talentiertes abliefern. Vielleicht liegt es an den Tournee-Erfahrungen mit Bands wie Cooper Temple Clause, Tomte, Mando Diao und den Babyshambles, dass die Kilians aus dem beschaulichen Dinslaken am Niederrhein mit so herrlich handgemachten Rock inklusive guter Melodien und der schön angerauten Stimme des Frontmanns Simon den Hartog wie schon bei ihrem schon sehr guten Erstling „Kill the Kilians“ den Hörer begeistern.

Tomtes Thees Uhlmann hat sich für die Kilians stark gemacht und natürlich auch die große Plattenfirma Universal, die anscheinend ebenso überzeugt von den Niederrhein Rockern ist wie die deutschen Musikkritiker, die ein große Zukunft für die Kilians voraussehen. Der Opener „The Lights Went Off“ nimmt den Fans die Angst, die nach der ersten Singleauskopplung „Said & Done“ eine etwas zu gemäßigte musikalische neue Richtung erwartet haben. Nichts da, die Kilians rocken immer noch sehr kraftvoll, wobei sie nie die Melodie vernachlässigen und äußerst geschickte Tempowechsel einbauen. Dabei wird sogar der Stil des Debüts verfeinert und ausgebaut, die Kilians besitzen die Fähigkeiten und das Talent, wirklich lange im Geschäft zu bleiben und wer waren eigentlich nochmal The Strokes?

Auch international könnten sie durchaus rocken, weil, unabhängig von der Stimme des Leadsängers, die eindeutigen Wiedererkennungswert besitzt, die Gitarren- und Schlagzeugfraktion so spielfreudig und mit powergefüllten Melodien agiert, dass es einem absolut schwer fällt, die „Skip“-Taste zu drücken.
Ein Track wie „Vultures Ballroom“ illustriert die Struktur, die die Band so gut beherrscht: „Laut und „Leise“ wechseln sich gekonnt ab: Erst regieren die etwas zurückhaltender eingesetzten Gitarren und nachdem das Tempo angezogen wurde, kommt dann auf einmal zu einem Pianoeinsatz und nimmt das Tempo weg, um dann wieder die Gitarren los zuschicken. „Use to pretend“ ist dagegen so ein richtiger Rockschunkler, das klingt fast irisch angehaucht und geht locker als richtiger Lagerfeuer-Song durch.

Es ist sehr schwierig, einzelne Tracks herauszustellen, denn es überzeugen fast alle Songs mit hoher Qualität. Wir werden aber sicher noch viel von den Kilians hören und dann könnten sie sogar einen Klassiker schaffen, weil sie einfach das Songwriting-Talent dazu besitzen.

Anspieltipps:

  • Said & Done
  • Used To Pretend
  • Vultures Ballroom

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