Gavin DeGraw - Free - Cover
Große Ansicht

Gavin DeGraw Free


  • Label: J Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Warum mit der Erwartungshaltung immer gleich durch die Decke gehen? Weniger ist mehr!

Mit dem Chris-Whitley-Cover „Indian summer” eröffnet Gavin DeGraw sein drittes Studioalbum und setzt damit gleich zu Beginn von „Free“ ein deutliches Zeichen. Die bombastischen Rockklänge des selbstbetitelten Vorgängers aus dem Jahr 2008 sind passé. Mit seiner neuen Songsammlung will der 32jährige New Yorker zurück zu den dezenteren Singer/Songwriter-Wurzeln seines Debütalbums – und so startet DeGraw mit heimeliger Doors-Orgel und entspannter Atmosphäre in ein direktes, von gradlinigem Songwriting geprägtes Album ohne Studio-Schnickschnack und Bombast-Arrangements. Lediglich die Gastmusiker – u.a. Gitarrist Audley Freed (The Black Crowes), Bassist Andy Hess (Gov‘t Mule), Drummer Charley Drayton (Johnny Cash) und Keyboarder George Laks (Lenny Kravitz) – lassen aufgrund ihrer Vitas etwas Dicke-Hose-Major-Budget-Feeling aufkommen.

Wie in den guten alten 60er Jahren beschränkt sich Gavin DeGraw auf das Wesentliche und liefert ein lediglich neun Songs mit 37 Minuten Spielzeit umfassendes Album ab. Das mag auf den ersten Blick so gar nicht in die heutige Zeit des Überflusses passen, wo CDs bis an ihre Grenzen vollgestopft werden, obwohl das die Konzentrationsdauer der Kids eindeutig sprengt und meistens sowieso nur Füllmaterial verbraten wird, um so etwas wie „Value for Money“ vorzutäuschen. Ganz klar: Oft ist weniger einfach mehr.

Gavin DeGraw befolgt diese Maxime ohne großen Rummel. Er leistet sich ein paar schöne Hammond B3-Ausflüge („Indian summer“) und lässt seiner Charakterstimme, die irgendwo zwischen Soul und Blues angesiedelt ist, freien Lauf („Mountains to move“). Manchmal fällt dieses Unterfangen etwas arg zurückhaltend aus („Free“), doch dann schüttelt der New Yorker wieder ein paar Perlen seiner Songwriterkunst aus dem Ärmel, die ihn zu einem Million-Seller in den USA gemach haben („Stay“, „Lover be strong“). Und siehe da, mehr braucht es tatsächlich nicht, um eine in sich stimmige Platte abzuliefern, die freilich keine Berge ausreißen kann, aber dennoch genügend Potenzial für ein paar schöne Stunden mitbringt. Denn auch hier gilt: Warum mit der Erwartungshaltung immer gleich durch die Decke gehen? Weniger ist mehr!

Anspieltipps:

  • Stay
  • Waterfall
  • Lover be strong
  • Mountains to move

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

The Days Of Never Coming Back And Never Getting Nowhere
  • 2017    
6.5/10

Trouble No More: Bootleg Series Vol. 13 (1979-1981)
  • 2017    
Diskutiere über „Gavin DeGraw“
comments powered by Disqus