Amon Amarth - Once Sent From The Golden Hall (Re-Release) - Cover
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Amon Amarth Once Sent From The Golden Hall (Re-Release)


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 98 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach der Umbenennung von der Grindcore zockenden Truppe Scum zu Amon Amarth (1992), den zwei Mini-Alben „The arrival of the Fimbul winter“ (1994) und „Sorrow throughout the nine worlds“ (1996), von denen ersteres nicht einmal regulär bei einem Label erschienen ist, sondern aus eigener Tasche finanziert wurde, ging es für Amon Amarth erst so richtig los. Ein Vertrag bei Metal Blade und das Debüt „Once sent from the golden hall“ (02/1998) später waren sich Johan Hegg (Gesang), Olavi Mikkonen (Gitarre), Ted Lundström (Bass) und der kurz danach ausgestiegene und zu Opeth abgewanderte Drummer Martin Lopez sicher, dass ihre Reise noch lange nicht zu Ende ist. Selbst die Aufnahmeprobleme für das Erstlingswerk und der letzten Endes dünne Sound konnte den Vierer nicht von ihrer Mission abbringen erstklassigen Melodic Death Metal unters Volk zu bringen, was zehn Jahre später in ihr kommerziell erfolgreichstes Album „Twilight of the thunder god“ (09/2008) gipfelte, das sogar Platz 50 der amerikanischen Billboard Charts enterte.

Zeit für Metal Blade die Vergangenheit noch einmal Revue passieren zu lassen und Neuauflagen der ersten vier Amon Amarth-Scheiben auf den Markt zu werfen, die bei „Once sent from the golden hall“ aus einem stark erweiterten Booklet mit ausführlichen Statements der Band zur jeweiligen Platte und den einzelnen Tracks, einer Bonus CD und einer remasterten Version des Originalalbums besteht. Diese bietet auf jeden Fall ein schöneres Klangerlebnis als die Ur-Veröffentlichung und liefert im Vergleich dazu einen satteren Bass und einen generell stimmigeren, weil differenzierteren Sound. Wer den Erstling noch nicht im Schrank stehen hat, bekommt hiermit also eine gute Gelegenheit seine Diskographie um eine qualitativ hochwertigere Fassung des Longplayers zu erweitern. Zur musikalischen Qualität bleibt nur so viel zu sagen, dass Amon Amarth auf „Once sent from the golden hall“ zwar schon genaue Vorstellungen davon hatten, wie sie klingen wollen, dies aber erst nach und nach zu perfektionieren wussten, wodurch es vielen Songs an Feinschliff und Einzigartigkeit fehlte.

Nichtsdestotrotz gelang den Herrschaften mit „Victorious march“ und „Friends of the suncross“ zwei Klassiker, die seitdem jedes Live-Konzert zieren und von denen ersterer sogar eine in Deutsch gehaltene Fassung spendiert bekommen hat, die hier nun (nach der Special Edition zu „Versus the world“) als Bonus Track unter dem Titel „Siegreicher Marsch“ vorhanden ist. Der auf der zweiten CD enthaltene Live-Mitschnitt vom 28.Dezember 2009 bereitet allerdings einigen Unmut. Wieso verpasst man einer Neuauflage als Draufgabe nur eine 1:1 Live-Version des Albums? Schließlich ist der Hardcore-Fan mit Konzertmitschnitten von Amon Amarth ja nicht gerade stiefmütterlich behandelt worden und hat (mal abgesehen von den Special Edition-Ausgaben der letzten LPs, die fast alle den Schwerpunkt auf die Live-Qualitäten des Acts lenkten) alleine mit dem 3DVD-Package „Wrath of the norsemen“ (05/2006) über 7 Stunden an Material. Ganz zu schweigen, dass die Schweden sowieso pausenlos auf Tour sind und Auge in Auge logischerweise einen besseren Eindruck abgeben als auf Tonkonserve. Ansonsten ist die Wiederveröffentlichung von „Once sent from the golden hall“ für Gelegenheitsvikinger eine gute Chance um die Diskographie mit einem schön aufgemachten Digipack zu komplettieren, Anhänger der ersten Stunde müssen sich überlegen ob das verbesserte Klangbild allein den Kauf wert ist.

Anspieltipps:

  • Victorious March
  • Friends Of The Suncross
  • The Dragon´s Flight Across The Waves

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