Razor Of Occam - Homage To Martyrs - Cover
Große Ansicht

Razor Of Occam Homage To Martyrs


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 34 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Platten wie „Homage to martyrs“ sind ein wahrer Segen. Schiebt man den Rundling in den CD-Player, erfasst einen sofort ein Wirbelsturm an schneidigen Riffs, technischer Drum-Finesse und heiserem Kreischgesang, der beinhart die volle Länge durchgezockt wird. Gelegentlich aufblitzende raubeinige Soli runden das wüste Treiben gekonnt ab und schon nach knapp 34 Minuten erfolgt der Griff zur Repeat-Taste, da das von groovig bis thrashig agierende Black Metal-Feuerwerk einfach einen Heidenspaß macht und selbst im nüchternen Zustand den Hörer in einen undefinierbaren Rausch versetzt.

Die Verantwortlichen hinter dem herzhaften Prügelknaben sind Razor Of Occam (Matt (Gesang, Gitarre), Ian (Gitarre), Alex (Bass) und Pete an den Drums), die mit „Homage to martyrs“ nach den beiden Kurzplatten „Diabologue“ (1999) und „Pillars of creation“ (2003) jetzt bei Metal Blade ordentlich auf die Kacke hauen dürfen. Für zart besaitete Gemüter sollte jedoch unbedingt ein Warnhinweis auf die Hülle gedrückt werden, denn die extrem brachial ausgerichtete LP hinterlässt nicht einmal verbrannte Erde, sondern zermahlt selbst diese zu winzig kleinen Staubpartikeln und zerlegt folglich das Wohnzimmer, die Lautsprecher und sicherlich auch die aufgebrachten Nachbarn in ihre Einzelteile. Einziger Nachteil: Nach etwa drei bis fünf Umdrehungen braucht selbst der hartgesottenste Metalhead eine Verschnaufpause und muss eine Weile Abstand vom tobenden Orkan namens „Homage to martyrs“ nehmen. Schließlich sind schöne Möbel teuer und mit Razor Of Occam im Blutkreislauf bleibt einem nichts anderes übrig als die tief in einem schlummernde destruktive Seite nach außen zu kehren und irgendetwas zu zertrümmern.

Wer darüber hinaus noch wissen will, was Matt da eigentlich ins Mikro kotzt, wird erstaunt sein: „Nie dem Mainstream folgend, scheut sich die Truppe in den Texten den im Genre ansonsten üblichen Nonsens zu verbraten, sondern hebt stattdessen die brutale Realität des gottlosen, gefühllosen und Ehrfurcht gebietenden Universums, in dem wir leben, hervor. „Homage to Martyrs“ ist ein Tribut an die großartigen Wissenschaftler, die auf der Suche nach Wissen ihr Leben ließen. Angefangen bei den frühen Astronomen, die verbrannt worden sind, weil sie es gewagt haben, den Menschen als Mittelpunkt des Universums nicht anzuerkennen, bis hin zu den modernen Theoretikern, die von ihren paradoxen Erkenntnissen und der kalten Ablehnung ihrer Gleichgesinnten in den Wahnsinn und den Selbstmord getrieben wurden.“

Anspieltipps:

  • Flame Bearers
  • Immortal Code
  • Bite Of Digmata
  • Shadow Of The Cross

Neue Kritiken im Genre „Black Metal“
7/10

International Blackjazz Society
  • 2015    
Diskutiere über „Razor Of Occam“
comments powered by Disqus