Gianna Nannini - Giannadream: Solo I Sogni Sono Veri - Cover
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Gianna Nannini Giannadream: Solo I Sogni Sono Veri


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur wo Nannini draufsteht, ist auch Nannini drin.

Die Gianna Nannini, die man hierzulande aus dem Radio kennt, ist immer noch die junge, wilde Sängerin aus den 80er Jahren mit Hits wie „Latin Lover“ und „Bello e Impossibile“. Dabei hat sich die mittlerweile 52-Jährige in den vergangenen Jahren mehreren stilistischen Häutungen unterzogen und ihre ursprüngliche, aus den späten 70er Jahren stammende, rockige Soundbasis mit geschmackvollen Elementen aus elektronischer und klassischer Musik verfeinert.

Warum auch immer, ist die neue Gianna Nannini, also die ab Ende der 90er Jahre, am deutschen Publikum mehr oder weniger vorbeigegangen, obwohl z.B. das letzte reguläre Studiowerk – „Grazie“ aus dem Jahr 2006 – zu den meistverkauften Alben der letzten Jahre in Italien zählt. Vielleicht lag es außerhalb der Alpenrepublik an mangelnder bzw. falscher Promotion seitens der Plattenfirma. Denn ein Zufall wird es nicht sein, dass Gianna Nannini für ihren neuen Longplayer „Giannadram: Solo I Sogno Sono Veri“ den Vertriebspartner von Universal Music zu Sony Music gewechselt hat.

Geblieben ist dagegen der Produzent und Arrangeur, der wie schon auf „Grazie“ Will Malone heißt. Er sorgt auch auf diesem Werk für einen imposanten Breitwandsound, der aus den Songs das maximale Klangerlebnis herausholt. Die Folge: Die in ihren Grundstrukturen recht unscheinbaren Kompositionen erfahren durch dezent unterlegte Orchesterparts einen symphonischen Mehrwert. Rockgitarren und Streicher gehen eine harmonische Einheit ein und ergießen sich in wunderbar epischen Melodiebögen aus den Lautsprechern („Attimo“, „Sogno“, „Sogno per vivere“). Weitere Highlights dieser Sorte sind „Maledetto ciao“, in dem ethno-afrikanische Atmosphäre auf hymnische Chöre im Refrain treffen, sowie „Ologramma“, eine herrlich atmosphärische Ballade.

Das sind die ganz großen Momente auf einem Album, das allerdings auch zwei kleine Schwäche zu bieten hat: So versucht sich Gianna Nannini im etwas bemüht modern wirkenden „Bambolina“ an so genannten „Voodoo Licks“, bei denen die Stimme durch Computertechnik verfremdet wird und danach so klingt wie ein bekiffter Roboter. In „Siamo nella merda“ streut sie zudem überflüssige Heavy-Metal-Gitarren und einen nervigen Gast-Rap-Part ein, was überhaupt nicht zum Rest des Albums passt. Doch zum Glück sind Experimente dieser Art nur von kurzer Dauer. Denn schon in „Scossa magica“ erwartet den Hörer wieder eine dieser hinreißenden Nannini-Melodien, die ihr so schnell keiner nachmacht.

Nur wo Nannini draufsteht, ist auch Nannini drin. Folglich ist auch „Giannadram: Solo I Sogno Sono Veri“ wieder ein gelungenes Album mit einigen Highlights und ganz wenigen Ausfällen, wobei selbst diese einen aparten Charme besitzen. Es ist halt alles eine Frage der Mentalität. Viva Italia!

Anspieltipps:

  • Sogno
  • Attimo
  • Scossa magica
  • Maledetto ciao
  • Sogno per vivere

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