Girls Aloud - Out Of Control - Cover
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Girls Aloud Out Of Control


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Man kann es drehen und wenden wie man will: In aller Regel sind die Karrieren von Casting-Show-Gewinnern – bis auf einige wenige Ausnahmen –eine nationale Angelegenheit. Zwar können auch diese sensationell erfolgreich sein (siehe No Angels oder Girls Aloud), aber sobald die Landesgrenzen überschritten werden, ist es mit Herrlichkeit sehr schnell vorbei. Dabei sollte man doch meinen, dass Popmusik immer und überall funktioniert. Nun ja, offenbar ist es wohl doch nicht so.

Ein gutes Beispiel dafür, dass Popmusik nicht in jedem Land gleichermaßen gut ankommt, ist die britische Mädchenband Girls Aloud, die im Jahr 2002 aus der Casting-Show „Popstars: The Rivals“ hervorgegangen ist. Jedes ihrer Alben – „Sound Of The Underground” (2003), „What Will The Neighbours Say?” (2004), „Chemistry” (2005), „The Sound Of Girls Aloud” (2006), „Tangled Up” (2007) und „Out Of Control” (2008) – erhielt in der Heimat der Girls mindestens eine Platin-Auszeichnung und die Bandmitglieder Cheryl Ann Cole, Nicola Maria Roberts, Nadine Elizabeth Louise Coyl, Kimberley Jane Walsh und Sarah Nicole Harding zählen zu Superstars im UK. Mit über drei Millionen verkauften Alben (und noch mehr Singles) auf der britischen Insel haben Girls Aloud selbst die internationale Konkurrenz weit abgehängt. Stellt sich nur die Frage, warum das nur Zuhause und nicht, wie z.B. bei den Sugababes, auch international klappt.

Aufschluss darüber geben könnte „Out Of Control”, das jüngste Werk des Mädchen-Quintetts, das nun auch in Deutschland veröffentlicht wird. Es ist ihr zweites Nummer-1-Album im UK nach „The Sound Of Girls Aloud” und wird standesgemäß von der vierten UK-Nummer-1-Single „The promise“ eröffnet. Solche Erfolgsgeschichten und andere Superlative ließen sich in jedem zweiten Satz über Girls Aloud unterbringen. Für den außenstehenden Nicht-Inselbewohner lässt sich allerdings nur schwer erörtern, warum die jederzeit zum Top-Model tauglichen Damen dermaßen abräumen. Auch „Out Of Control“ gibt dazu keine großen Aufschlüsse.

Auf dem sechsten Girls-Aloud-Album passieren weder gesanglich noch kompositorisch aufsehenerregende Dinge. In 15facher Ausfertigung dröhnt zeitgemäßer Radiopop aus den Lautsprechern, der niemanden berührt, geschweige denn interessiert aufhorchen lässt. Versuche, die in diese Richtung tendieren („Fix me up“), entpuppen sich schnell als lahme Sugababes-Rip-Offs und ähnliche Seifenblasen ohne Nährwert. Vergleicht man Girls Aloud mit ihren Vorgängerinnen, den Spice Girls, entsteht das Bild einer mit dem Ziel auf maximalen Konsens gecasteten Girlgroup, die ohne emotionale Bindung an eine oder mehrere Mitglieder nicht funktionieren kann. Denn musikalisch ist hier alles so süß, so harmlos und so austauschbar, dass einen auf der Stelle graue Haare wachsen könnten.

Anspieltipps:

  • The promise
  • Turn to stone
  • We wanna party
  • Miss you bow wow
  • Rolling back the rivers in time

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