Madison Violet - No Fool For Trying - Cover
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Madison Violet No Fool For Trying


  • Label: India/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die beim Vorgänger bemängelte fehlende inhaltliche Tiefe kann das neue Album der Kanadierinnen diesmal bieten.

Im Hochsommer des vergangenen Jahres erschien mit „Caravan“ das zweite Album des kanadischen Country- und Folk-Duos Madison Violet in Deutschland. So richtig überzeugen konnte es mit seinen braven Songs zwar nicht, aber das Talent von Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac war durchaus spürbar, so dass das Fazit damals lautete: „Inzwischen arbeitet das Duo an seinem dritten Album. Hoffen wir, dass es dann mit etwas mehr Schwung und Tiefe aus dem aus dem Country- und Folk-Sumpf zieht“.

Während die Vorgängeralben „Worry The Jury“ (2004) und „Caravan“ (2006) noch mit Unterstützung des Produzenten John Reynolds (U2, Sinead O’Connor, Indigo Girls) in London aufgenommen wurden, entstand „No Fool For Trying“ zusammen mit dem bekannten Folk-Producer Les Cooper in Toronto, der Wahlheimatstadt von Madison Violet, wobei die meisten Songideen auf einen Aufenthalt der Sängerinnen auf der Insel Grenada zurückzuführen sind. Aber das ist normal bei den beiden, denn auch die früheren Songs entstanden an so exotischen Orten wie der Ostküste Australiens oder New Mexico.

Die beim Vorgänger bemängelte fehlende inhaltliche Tiefe kann das neue Album der Kanadierinnen diesmal bieten. So thematisiert Brenley MacEachern in „The woodshop“ den gewaltsamen Tod ihres Bruders und Lisa MacIsaac verarbeitet in „Hallway of sage“ den Tod ihres Förderers Denny Doherty (von den Mamas and Papas). „Baby in the black & white“ berichtet davon, wie Brenley versehentlich (natürlich!) von der Polizei verhaftet wurde und „Lauralee“ erzählt von einem Mädchen auf der steten Suche nach neuen Liebschaften. Damit ist die erste Hürde geschafft!

Nicht so richtig geklappt hat dagegen die musikalische Umsetzung. Das neue Werk ist kompositorisch zwar besser als der Vorgänger, aber der dringend benötigte Schwung geht auch den 12 Songs auf „No Fool For Trying“ ab. Natürlich verlangt bei so schweren Themen wie Tod und Verlust niemand fröhliche Melodien, aber auch keinen verschnarchten Altherren-Americana. Somit stellt auch das dritte Madison-Violet-Album lediglich eine niedliche Aneinanderreihung von weitgehend akustischen Country- und Folk-Nummern mit – zugegeben – schönem Harmoniegesang dar. Das Ganze wurde sehr bodenständig mit Banjo, Mandoline, Lapsteel, Kontrabass, Violine und akustischen Gitarren instrumentiert und rauscht zuckersüß in ein Ohr hinein und aus dem anderen gleich wieder hinaus. So kommt die inhaltliche Tiefe beim Hörer gar nicht erst an. Also warten wir auf Album Nummer vier.

Anspieltipps:

  • Crying
  • The ransom
  • No fool for trying
  • Small of my heart

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