Blackguard - Profugus Mortis - Cover
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Blackguard Profugus Mortis


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Übergänge zwischen Folk und Power Metal sind bei Nuclear Blasts neuester Errungenschaft Blackguard fließend, sodass eine genaue Genre-Bezeichnung nach den ersten Klängen etwas schwer fällt. 2001 als Black Metal-Act gestartet, entwickelten Paul Ablaze (Gesang), Terry (Gitarre), Kim (Gitarre), Etienne (Bass), Jonathan (Keyboard) und Justine (Schlagzeug) zunehmend eine Vorliebe für folkloristische Elemente und verlagerten den Schwerpunkt von düsteren Klängen zu fröhlichen Bierzelt-Headbangern, die nach dem Sieg des weltweiten Nuclear Blast Myspace-Wettbewerbs auf dem Debüt „Profugus mortis“ ihre auf CD gebannte Taufe erhalten. Fans von Eluveitie, Korpiklaani und Ensiferum sollten trotzdem mit Bedacht an die Platte herangehen, da Blackguards Erste noch weit von einem überragenden Album entfernt ist.

Majestätisch und anmutig wird „Scarlet to snow“ von einem Bläserensemble eröffnet um kurz darauf in allseits bekannte Power Metal-Gefilde mit treibender Schlagzeug-Gitarrenabteilung abzudriften, die von Pauls markigen Vocals und obligatorischer Keyboard-Melodie unterstützt werden, wobei weder der Gesang noch das Tastengeklimper wirklich Akzente setzen können, da der Song stur nach vorne prescht. In den letzten Atemzügen gibt es zwar noch ein nettes Solo auf die Ohren, doch bereits nach der ersten Minute von „This round´s on me“ muss sich der Hörer wohl oder übel damit zufrieden geben, dass das alles ist, was „Profugus mortis“ zu bieten hat, frei nach dem Motto „Kennt man einen, kennt man alle“.

So verwundert es dann auch nicht, wenn die immer spärlich werdenden Folk-Elemente lediglich als probates Mittel in Erscheinung treten um dem flotten Geprügel etwas Abwechslung entgegen zu setzen, da sie sowieso pausenlos von der Bassdrum in den Boden gestampft werden. Erklingt eine Flötenmelodie länger als zehn Sekunden ist es schon eine Seltenheit. Wesentlich spannender ist der bunte Genre-Mix aus Black, Death und eben Power Metal, wobei letzteres am präsentesten bleibt, wenngleich sich die Schlagzeugarbeit von Justine sowohl im Todesblei als auch in der energisch agierenden Schublade gut machen würde. Dieser Umstand verhindert aber nicht, dass Blackguards Debüt durch gleichbleibendes Tempo, kitschige bis altbackene Keyboard-Einlagen, ähnlichen Aufbau und magere Folk-Einbindung in der Masse an Metal-Veröffentlichungen untergeht.

Anspieltipps:

  • Cinder
  • In Time
  • This Round´s On Me
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