Corbin Bleu - Speed Of Light - Cover
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Corbin Bleu Speed Of Light


  • Label: Disney Records/EMI
  • Laufzeit: 44 Minuten
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1/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Natürlich sieht er niedlich aus mit seinem Wuschelkopf. Sicher ist er wesentlich talentierter als viele andere Künstler (egal ob als Sänger oder Schauspieler) in seinem Alter und stellt das auch in seinen Filmrollen unter Beweis, doch das alles hat Corbin Bleu nicht davon abgehalten mit „Speed of light“ einen völlig seelen- wie geschmacklosen Nachfolger zu „Another side“ (09/2007) abzuliefern, der auf nichts anderem beruht als auf der Abfolge von hässlichen Klischees unter redundanter Verwendung elektronischer Behelfsmittel.

Bereits die ersten Sekunden des Titeltracks gleichen einem musikalischem Horrorszenario, das eigentlich schon als ausgestorben galt: Kurz oszilliert eine Synthiespur, während im Hintergrund von einer hochgepitchten Stimme die Frage „You´re ready?“ mit „Yeah“ gekontert wird, was wiederum ein lässig hingeschmettertes „Alright“ zur Folge hat. Nachdem anschließend flippige PC-Sounds aus dem Lautsprecher flackern, werden diese vom einsetzenden Bass und flotten Beats ins Nirwana gekickt, bis Corbin als aalglatte Fusion der derzeit angesagtesten R&B-Sänger durch ein Jammertal an Emotionen schreitet um letzten Endes noch mit „Woh Ooooh“-Chorus die Spreu vom Weizen zu trennen – Ein Teil wird die Arme in die Höhe reißen und im Takt damit herumwedeln, der andere die CD mit der Schere bearbeiten.

Zu welcher Fraktion man auch gehört, Bleus Darstellung als hipper Teenager, die er schon ausreichend in Filmen wie „High School Musical 1-3“, „Jump in“, der Hannah Montana-Serie oder aller Voraussicht nach auch in seinem neuesten Streifen „Free Style“ zum Ausdruck bringt, funktioniert gepaart mit testosterongeschwängerten Beats aus der Retorte einfach nicht. Da kann der 20jährige im 0815-Schmachtfetzen „Champion“ noch so sehr R.Kelly mimen oder in den knalligen Elektro-Pop meets Techno-Tracks wie „My everything“ oder „Paralyzed“ erfolgreiche Pop/R&B-Stars wie Usher, Chris Brown, Justin Timberlake oder Ne-Yo verkörpern, das musikalische Repertoire lässt sehr zu wünschen übrig und klingt oftmals nur nach einer drittklassigen Resteverwertung, die an anderer Stelle vor etlichen Jahren schon interessanter vernommen wurde.

In diesem Sinne kann „Speed of light“ gar nicht vorgeworfen werden, diesen stets auf tanzbar getrimmten Durchfall mit geradezu kitschig-klischeehaften Texten versehen zu haben, da diese im Vergleich zur Musik keine immanente Schädigung der Geschmacksnerven hervorrufen, da einem die x-te Huldigung an den unerreichten Schwarm oder die besungenen emotionalen Gefühlschwankungen inmitten eines gepitchten Seufzers oder Rave-Sounds der Marke Scooter schlichtweg kalt lassen. Überraschend harmlos fällt allerdings der Abschluss mit „Celebrate you“ aus, der aufgrund des feucht-fröhlichen Klangbildes nicht nur an einen Eröffnungssong diverser Teenie-Serien erinnert, sondern laut Pressetext in Zukunft als der neue Theme-Song für die Disneyland Freizeitparks operieren darf. Jedweder Kommentar ist dahingehend dann wohl überflüssig.

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