Nachtgeschrei - Am Rande Der Welt - Cover
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Nachtgeschrei Am Rande Der Welt


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Selbst wenn der Mittelalter Metal vielerorts nicht mehr als Kopfschütteln verursacht, erfreut sich das Genre bester Gesundheit und etablierte Bands wie In Extremo, Saltatio Mortis, Schandmaul, Subway To Sally oder Tanzwut legen in schöner Kontinuierlichkeit neue Alben vor, die durch den gelungenen Spagat aus Rock bzw. Metal und unterstützender Begleitung solch illustrer Instrumente wie Dudelsack, Schalmei, Trumscheit, Drehleier oder Cister einen ganz speziellen Reiz entfachen. Mit Nachtgeschrei will nun eine weitere Truppe den Anschluss finden, die nach dem eindeutig zweideutig betitelten Debüt „Hoffnungsschimmer“ (05/2008) nun „Am Rande der Welt“ angelangt ist.

Was dem geneigten Hörer jedoch auf dem zweiten Album in zehn Monaten entgegenschlägt, ist so uninspiriert und durchschnittlich, dass sich die Frage stellt, wer Interesse an Pseudo-Abenteuerlyrik der untersten Rollenspiel-Fantasy-Schublade („Wohin öffnen sich die Karten? / Ich kenne meine Ziele nicht / Der Kompass ist ein Blatt im Wind“ aus „Fernweh“) oder wehmütig dargebotenen Geschichten aus Zeiten der Burgen, Ritter und Kreuzzüge („Lauf!“, „Herz aus Stein“) besitzt, während im Hintergrund beinahe ausnahmslos im Midtempo sowohl die modernen (E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug) als auch die älteren Instrumente (Drehleier, Akkordeon, Dudelsack, Flöte) gezupft, geblasen oder angeschlagen werden, was nichts anderes als gepflegter Langeweile entspricht.

Dazu kommt noch, dass Sänger Hotti mit seiner stimmlichen Darbietung nicht immer positiv auffällt, sondern auch mal in schiefe Lagen gerät oder es mit dem jammernden Untertönen gelegentlich etwas übertreibt. Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach und liegt darin begründet, dass auch Nachtgeschrei den einen oder anderen Treffer versenken können, wie z.B. mit dem fröhlich tänzelnden „Muspili“, dem unheilvoll treibenden „Niob“ oder dem schlachtenbummlerischen „Glut in euren Augen“. Nichtsdestotrotz ist „Am Ende der Welt“ alles andere als ein Must-have für die Mittelalter-Fraktion, sondern bestenfalls eine kleine Zwischenmahlzeit, bis neue Alben von innovativeren Bands des Genres ihre Veröffentlichung finden.

Anspieltipps:

  • Niob
  • Muspili
  • Glut in euren Augen

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