Grand Duchy - Petits Fours - Cover
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Grand Duchy Petits Fours


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ohne tief zu bewegen ist der Grand-Duchy-Sound ein schöner, angenehmer Zeitvertreib.

Charles Michael Kittridge Thompson IV. tut nur so. Ob als Black Francis, mit Frank Black & The Catholics oder den Pixies: eine Hydra ist er nur äußerlich. Zu markant und unverwechselbar ist dafür seine musikalische Produktivität, sein Sound inzwischen zur Indie-Rock-Trademarke geworden. Das kann auch Ehefrau Violet Clark nicht kaschieren, wohl aber überraschend angenehm frischen Wind in die Klangwelt des zur Legende gewordenen Indie-Rockers bringen.

Im schattigen Hintergrund einiger Soloalben, zuletzt der 2008er EP „Svn Fngrs“, werkelte Clark schon länger an Black- oder Francis-Songs herum. Da kam der Tag, an denen man mit einem Songfragment namens „Fort Wayne“ ins Studio ging und eine hübsche Version daraus machte; Langzeit-Engineers Thaddeus Moore und Jason Carter klatschen dergestalt fleißigen Beifall, dass das Experiment kurzum fortgeführt und zum neuen Bandprojekt erklärt wurde.

Das Ergebnis ist eine Melange aus Blacks wohltuender Konstanz und Clarkss 80er New-Wave-Faible. So entsteht auf „Petit Fours“ ein popiger, treibender, positiver Einschlag, dem Prädikat gefällig am nächsten. Ohne tief zu bewegen ist der Grand-Duchy-Sound ein schöner, angenehmer Zeitvertreib. Sogar analoge Synthies konnte Clark ihrem oft so starrsinnigen Liebsten aufschwatzen. „She was innocent. I hadn’t felt innocent for years. She digs the 80s. I had spend the latter part of the 80s doing my part to destroy the 80s.” Yes, you did.

„The Long Song”, mit seiner an die Pixies erinnernden Schlichtheit auf nur zwei Akkorden beruhend und mit spärlichen Synthie-Teppichen und typischen 80s-Schlagzeug untermalt, ist der beste Song auf „Petit Fours“. Besonders hier, doch auch gelegentlich an anderer Stelle, erinnert Clark’s Stimme in refrainfreien Passagen an Kathleen Hanna - Le Tigre-Hanna freilich, nicht ihr Bikini Kill-Geschrei. Was Black kraft seiner Gitarre mit diesem charmant emphatischen Song dann gegen Ende veranstaltet verdeutlicht exemplarisch den hier vollzogenen, gelungenen Spagat zwischen Pop und Indie-Rock.

Der Einstieg mit „Come On Over To My House“ scheint nicht nur wegen des Gesangs vorrangig Black zu gehören, „Fort Wayne“ eindeutig beiden, das tolle Ende mit „Volcano!“ wiederum Clark. Wie sie da so unbeschwert singt: „Hey, muscle bear / I love you hair“. Ob sie etwaige Brustbehaarung Blacks meint? Süß.

Anspieltipps:

  • Come On Over To My House
  • The Long Song
  • Volcano!

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