Disbelief - Protected Hell - Cover
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Disbelief Protected Hell


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn die Darmstädter Todesblei-Fraktion Disbelief ein neues Album an den Start bringt, kann es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nur um einen atmosphärischen Brocken handeln, der bei den einschlägigen Musikmagazinen wieder Höchstnoten kassiert. Alben wie das den Durchbruch bringende „Worst enemy“ (2001) oder zuletzt „Navigator“ (2007) standen und stehen noch heute für ausgefeilten Death Metal mit einer düster-aggressiven Schlagseite, die am ehesten mit der Sludge-Truppe Neurosis aus Oakland und ähnlichen Konsorten zu vergleichen ist.

Die achte Langrille „Protected hell“ scheut sich dementsprechend nicht davor den stimmungsvollen Metal-Cocktail ein weiteres Mal anzurühren, selbst wenn vor allem in der zweiten Hälfte Qualitätseinbrüche zum Vorschein kommen. Anfänglich geht es aber noch bärenstark los und die kurze Einleitung „Hell“ darf den beiden Prügelknaben „A place to hide“ und „Hate / aggression schedule“ als Vorhut dienen, die mit den bissigen Growls von Karsten Jäger und der Rhythmusabteilung, für die sich Witali Weber (Gitarre), Jochen Trunk (Bass) und Kai Bergerin (Schlagzeug) verantwortlich zeigen, ordentlich die Matte kreisen lassen. „Nemesis rising“ offenbart in weiterer Folge ein Duell aus knisterndem Düster-Flair im Beginn und knüppelharter Abreibung ab der Halbzeit, was das nachfolgende „The return of sin“ in leicht abgewandelter Form erneut aufgreift, aber in derselben Intensität nicht wiederholen kann.

Als losgelöste Rampensau gebärdet sich dann „Hell goes on“, dessen rasante Ambitionen auf „Protected hell“ einzigartig bleiben, knattern Disbelief in „S.O.S. – Sense of sight“ schließlich wieder in tiefer gestimmteren und gemäßigten Tempobereichen herum. Das politische „One nation´s son“ benötigt zwar einige Anläufe um sich frei zu spielen, dennoch hinkt die Nummer dem starken Auftakt der Platte hinterher und auch das Zwischenspiel „Trauma“, sowie „The dark soundscapes“ können keine neuen Facetten in das Sludge-betriebene Death Metal-Opus bringen. Tribal-Drumming und eine bösartige Tool-Atmosphäre wabert anfänglich durch „Room 309“ und in der Tat entpuppt sich die Nummer als eine der stärksten der Platte, was neben einem höllischen Groove ebenso den treibenden Gitarrenriffs geschuldet ist.

Leider legen die vier Deutschen noch mit „Demon´s entry“ nach, welches unentschlossen vor sich hin mäandert und ohne jeglichen Höhepunkt die Scheibe ausklingen lässt. Noch ärgerlicher ist aber das völlig unnötige Anhängsel, das den endgültigen Schlussstrich markiert und wohl einen sinnvollen Spannungsbogen zum Anfang von „Hell“ bilden soll, wenngleich es in seiner dargebrachten Art und Weise eigentlich nur fehl am Platz wirkt. Abgesehen von der aufkeimenden Frage, ob Disbelief diese halbherzig dargebrachte Idee nicht besser lassen hätten sollen, kann trotzdem konstatiert werden, dass „Protected hell“ genau das ist, was sich ein Fan von dieser Band erwartet hat. Dass es dieses Mal nicht für mehr gereicht hat und die Darmstädter kein Meisterwerk abgeliefert haben, ist angesichts des grandiosen Backkatalogs der Truppe jedoch verschmerzbar.

Anspieltipps:

  • Room 309
  • A Place To Hide
  • Hate/Aggression Schedule

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