Björk - Voltaic - Cover
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Björk Voltaic


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 240 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein im wahrsten Sinne des Wortes schweres Geschütz erreicht uns in diesem Monat aus dem Hause Björk. „Voltaic“ heißt das gute Stück, das als Nachfolger des letzten Studioalbums „Volta“ (05/2007) ins Rennen geschickt wird. Dabei handelt es sich um ein Box-Set, bestehend aus je einer Live-CD und DVD, einer CD mit „Volta“-Remix-Versionen sowie einer DVD mit allen „Volta“-Videoclips und zwei Making Ofs.

Wie zu erwarten, präsentiert die isländische Elfe ihre 2007er Live-Auftritte in Paris, Reykjavik und London in optischer und akustischer Hochform. Hier macht eine Kombination aus CD und DVD also durchaus Sinn, was wahrlich nicht von jedem Künstler behauptet werden kann. Als Einstieg wird dem Hörer eine CD mit „Live im Studio“-Aufnahmen aus den Londoner Olympic-Studios angereicht, auf der mit elf Songs ungefähr die Hälfte eines üblichen „Volta“-Konzerts performt wird. Die Aufzeichnung fand kurz vor Björks Auftritt auf dem Glastonbury-Festival statt und wurde in einem Rutsch durchgezogen.

Schon hier ist für den Björk-Entdecker spürbar, dass sich die 43-Jährige im Laufe ihrer 15jährigen Solokarriere immer weiter weg von „normaler Popmusik“ hin zu einer avantgardistischen Interpretation dieser entwickelt hat. Dazu vermischt Björk wie selbstverständlich Elemente aus Electro-Pop, TripHop, Jazz, Folk, Rock und klassischer Musik zu einem gewöhnungsbedürftigen, aber absolut spannenden Musikmix, der in speziellen Momenten auch schon mal in eine Art poppigen Industrial Metal ausarten kann („Declare independence“).

Die zweite CD bietet eine Sammlung von 12 Remix-Versionen, die von Björk in Auftrag gegeben wurden. Das Ergebnis ist – eigentlich wie immer, wenn sich Produzenten und Musiker über die Stücke anderer hermachen – eine durchwachsene Angelegenheit mit Lichtblicken („Wanderlust ratatat remix“, „Earth intruders xxxchange remix“) aber auch Schatten („Innocence graeme sinden remix“, „Declare independence ghostigital remix“, „The dull flame of desire modeselektor remix for boys“). Kommen wir deshalb lieber zu den DVDs. Das Reykjavik-Konzert zeigt Björk mit großer Chorbegleitung, aber minimalistischen Arrangements. Veranstaltungsort ist eine Kirche und im Mittelpunkt stehen acht Songs aus den Alben „Medúlla“ und „Volta“.

Ganz anders das Bild in Paris. In der großen Olympiahalle, vor ausverkauftem Haus, liefert Björk ein farbenfrohes Bühnenschauspiel mit 17 Songs ab, das auch die frühen Klassiker wie „Hunter“ oder „Hyperballad“ nicht auslässt. Das ergibt ein erstaunliche Eindrücke von einer Künstlerin, die ihren avantgardistischen Musikstil mit sicherer Hand durch die Untiefen des Mainstream lenkt. Wem das gefällt, der wird auch seine helle Freude an den mitgelieferten „Volta“-Videoclips, zwei Making Ofs und zehn (!) verschiedenen Visualisierungen zum Song „Innocence“ haben. Nicht so große Björk-Fans werden sich hier vermutlich ausklinken, was allerdings nichts daran ändert, dass „Voltaic“ ein Leckerbissen sowohl für Fans als auch für Neueinsteiger darstellt.

Anspieltipps:

  • I miss you (live)
  • Wanderlust (live)
  • Army of me (live)
  • Pagan poetry (live)
  • Earth intruders (live)
  • Wanderlust (ratatat remix)
  • Earth intruders (xxxchange remix)

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