Tiga - Ciao! - Cover
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Tiga Ciao!


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf den kanadischen Mittdreißiger kann sich sowohl die Indie-Gemeinde wie auch der Großraum-Dancefloor dieser Welt verständigen. Sein Remake des Corey Hart-Klassikers „Sunglasses At Night“ ließ Tiga auch in Deutschland große Erfolge samt Top-Ten-Platzierung feiern und eröffnete ihm neue Chancen neben seiner DJ- und Produzenten-Tätigkeit auch als eigenständiger Künstler wahrgenommen zu werden. Sein eigenes Label Turbo bietet regelmäßige Veröffentlichungen und trotzdem scheint es dem stets um den Globus reisenden und gefeierte Auftritte hinlegenden Tiga Sontag noch ein leichtes zu sein, nun das zweite Artist-Album „Ciao!“ vorzulegen und mit dem markanten Mix aus Electro-Pop, House und Electronica auf bekannt schillernde Art und Weise für Euphorie zu sorgen.

Tribal-Drums eröffnen im Opener „Beep-Beep-Beep“ den knapp eine Stunde dauernden Flug durch die Leichtigkeit des Seins und gehen ohne lange Umschweife in die Vollen der Tanzbarkeit. Tigas androgyne Tonlage gesellt sich schnell zum unabkömmlichen Ohrwurm, den man im Laufe des Albums immer wieder auf´s Neue festlegen kann. So drängen die tief tönenden Sequencer bei „Mind Dimension“ aus den Boxen und werden von Hi-Hats sowie wahnwitzig variierenden Stimmeffekten in den Dance-Olymp getragen. Übergangslos geht es mit „Shoes“ weiter, um es etwas ruhiger, aber nicht weniger dringlich angehen zu lassen. Immer wieder sorgen überraschende Breaks für die Spannung, die das an sich club-orientierte Werk auch für den Einsatz im Wohnzimmer interessant macht. Es gilt jeden Menge Sounds zu entdecken, Beats aufzusaugen und sich die pure kanadische Lebensfreude, so klischeebeladen das auch klingen mag, eigen zu machen.

Das wird zwar je nach Gefühlslage des Hörers mitunter ein schwieriges Unterfangen und die glitzernde Disco-Euphorie inklusive 80´er-Pomp ist durchaus hart an der Grenze zum Kitsch, aber das war Tiga schon immer und beweist erneut, wie stilvoll er diesem Graus trotz Endorphin-Alarm entgeht. Wer beim Synthie-Pop und dem sehnsüchtigen Gesang von „Luxury“ noch still hält, sollte dann wohl doch den Weg zum Doktor des Vertrauens ins Auge fassen. Alle anderen feiern mit und erfreuen sich, wie bereits erwähnt, an spontanen Wendungen im Soundgerüst und einem gelegentlichen Klang-Wirrwarr, welches sich an einigen Stellen zu lange hinzieht („Overtime“) und dadurch die eigentliche Stärke von Tiga in den Hintergrund drängt, nämlich bedingungslos den tanzbaren Spaß zu servieren, was ihm auf „Ciao“ aber im Großen und Ganzen wieder gelingt.

Anspieltipps:

  • Mind Dimension
  • Luxury
  • Turn The Night On
  • Speak, Memory

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