Akrea - Lebenslinie - Cover
Große Ansicht

Akrea Lebenslinie


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nanu, gibt es eine Kehrtwende in der deutschsprachigen Musiklandschaft?

Herkunft: Bayern; Stil: Melodic Death Metal; Texte: Deutsch! – Nanu, gibt es eine Kehrtwende in der deutschsprachigen Musiklandschaft? Nach Jahren der englischen Überbevölkerung schälen sich einige Gruppen aus dem Dickicht und trällern frohen Mutes in ihrer Landessprache und das ohne gezwungen etwas Neues schaffen zu wollen. Die Apokalptischen Reiter und Eisregen sorgten zwar für den bewussten Blick über den Tellerrand, doch junges Frischfleisch wie Equilibrium, Artas oder Akrea ist sicherlich notwendig um die Zweifler endgültig davon zu überzeugen, dass deutschsprachiger Metal nicht gleichbedeutend mit fehlendem kommerziellen Erfolg und seltsam anmutender Pseudolyrik ist. Ein großer Nachteil ist eben weiterhin, dass auch bei einem Album wie „Lebenslinie“ jedes Wort trotz fiesen Growls verstanden wird und man sich stets darüber im Klaren ist, welchen Mist der Sänger gerade von sich gibt.

Dabei hat Sebastian Panzer (Gesang) nicht unbedingt die schlechteste Position bei Akrea bekommen, faucht, grunzt und trägt er mit klarem Gesang schließlich einen variablen Input in die noch junge Band bei. Die wechselhafte Stellung übernehmen seine übrigen vier Bandkollegen Stephan Schafferhans (Gitarre), Fabian Panzer (Gitarre), Christian Simmerl (Bass) und Jonas Nelhiebel (Schlagzeug), die zwar allesamt einen drückend-treibenden Sound aus ihren größten Einflüssen wie Amon Amarth, Arch Enemy, In Flames oder Dark Tranquility zimmern, diesen aber auf 50 Minuten gestreckt schnell erschöpfen lassen und nach einer gewissen Zeit keine neuen Ideen beisteuern, wodurch der Erstling in der zweiten Hälfte an mangelnder Abwechslung und fehlender Inspiration erkrankt. So beschleicht einen teilweise das Gefühl, Akrea hätten nichts mehr zu sagen, würden aber trotzdem gerne ihre Songs präsentieren, egal was kommt.

Dabei hätte ein klein wenig Straffung dem Endprodukt sicherlich nicht geschadet. Bei neun Tracks (die beiden Instrumentals „Aufbruch“ und „Verlust“ nicht mitgerechnet), die im Durchschnitt auf die fünf Minuten zugehen, ist es einfach mühsam, wenn diese zwar als perfekt eingespieltes melodisches Todesblei aus den Boxen perlen, deren Überraschungen und Aha-Effekte jedoch nach ein paar Nummern erschöpft sind. Die Ambition und der bedingungslose Eifer hinter „Lebenslinie“ und der angestrebten „Reise zwischen den Abgründen der Hölle und einer freudvollen, bunten Märchenlandschaft“ ist zwar jeden Moment vorhanden, für einen rundum gelungenen Output hat es dieses Mal aber noch nicht gereicht. In Zukunft könnten sich Akrea allerdings zu einer der explosivsten deutschsprachigen Metal-Bands entpuppen, sollte das vorhandene Potential den richtigen Feinschliff bekommen. Wir sind gespannt!

Anspieltipps:

  • Sigmea
  • Tribock
  • Dieser Klang

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Akrea“
comments powered by Disqus