Bob Dylan - Together Through Life - Cover
Große Ansicht

Bob Dylan Together Through Life


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Together Through Life” entstand relativ spontan, resultierend aus einem Kreativschub, den die Aufnahme des Songs „Life is hard“ ausgelöst hatte.

In den Promotion-Abteilungen der Plattenfirmen scheint man inzwischen ganz unverblümt mit Textbausteinen zu arbeiten. Denn auch wenn es nicht wirklich so ist, wird dem geneigten Rezensenten der neueste Output von Bob Dylan selbstverständlich als „das mit Spannung erwartete neue Studioalbum” angepriesen. Dabei ist es nun wirklich nicht so, dass das Publikum in den vergangenen fünf Jahren an einer Unterversorgung mit mehr oder weniger neuem Material aus dem Hause Robert Allen Zimmerman gelitten hätte. So wurde das letzte Studiowerk „Modern Times“ (08/2006) eingerahmt von einer umfangreichen Werkschau („Dylan“, 10/2007), drei Doppelalben aus der „Bootleg Series“ (03/2004, 08/2005, 10/2008) sowie einem Dokumentarkinofilm („No Direction Home“, 11/2005). Bei dieser Fülle an Material kann einem die Spannung durchaus etwas vergehen. Nichtsdestotrotz ist die Freude über neue Songs von Bob Dylan ungetrübt.

„Together Through Life” (Dylans 46. Album) entstand relativ spontan, resultierend aus einem Kreativschub, den die Aufnahme des Songs „Life is hard“ ausgelöst hatte. Dylan hatte das Stück im Auftrag des französischen Regisseurs Oliver Dahan geschrieben, der es für seinen Film „La Vie En Rose“ verwenden wollte. Anstatt sich danach auszuruhen bzw. seine „Neverending Tour“ fortzusetzen, scharte der 67-Jährige seine langjährige Live-Band plus Benmont Tench und Mike Campbell von Tom Petty’s Heartbreakern sowie David Hildalgo von Los Lobos um sich.

Als Ergebnis liegen nun zehn Tracks vor, die sich bis auf wenige Ausnahmen als eine sehr gemächliche Hommage an den Sound des amerikanischen Südens inkl. einiger Tex-Mex-Einlagen darstellt. Entsprechend kommt die Instrumentierung mit Trompete, Banjo, Orgel, Akkordeon, Mandoline und Steelguitar daher, die wiederum in eine luftig-leichte Produktion von Jack Frost alias Mr. Dylan himself verpackt wurde, aus der, wie in der Vergangenheit gewohnt, diesmal keine einzelnen Songs herausstechen. „Together Through Life” soll offenbar „am Stück” funktionieren und setzt dies auch mit wenigen Abstrichen in die Tat um.

Mit seiner charakteristischen Schmirgelpapierstimme, die dem Reibeisen eines Tom Waits in nichts nachsteht, knurrt sich Dylan durch organische Songs im Spannungsfeld aus Blues, Rumba, Rockabilly und Folk, die bewusst simpel gehalten sind und dadurch wie aus einem Guss für gediegene Unterhaltung sorgen. „Together Through Life” ist dabei sicher nicht das beste Bob-Dylan-Album seit dem grandiosen Comeback mit „Time Out Of Mind” (09/1997), aber dennoch ein spontanes und würdiges Alterswerk.

Anspieltipps:

  • Jolene
  • Forgetful heart
  • I feel a change comin' on
  • If you ever go to Houston
  • Beyond here lies nothin'

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

More Blood, More Tracks: Bootleg Series Vol. 14
  • 2018    
Diskutiere über „Bob Dylan“
comments powered by Disqus