Debauchery - Rockers & War - Cover
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Debauchery Rockers & War


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die schwäbische Ein-Mann-Kapelle plus Studioanhang ist zurück!

Im Vorfeld des sechsten Debauchery-Longplayers gab es eine offizielle Umfrage unter den Fans, wie das neue Album zu klingen habe. Die Meinungen waren geteilt, so dass am Ende ein Kompromiss heraussprang, der das treffend auf „Rockers & War“ getaufte Werk in zwei musikalische Einheiten unterteilt: Eine todesmetallische Blastbeat-Sektion aus Death-, Black- und Thrash Metal („Total War“) sowie ein fünf Songs umfassendes Hardrock-Bündel („Pure Hard Rock“). Dazu gibt es ein amtliches, nur notdürftig zensiertes Porno-Booklet und fertig ist wieder mal ein Debauchery-typische Schlachtfest!

Die Ein-Mann-Schaltzentrale hinter Debauchery, Thomas Gullath (28), zaubert schon im Opener „There is only war“ eine echte Überraschung aus dem Hut: Der temporeiche Thrash-Groover wird mit Keyboard-Parts durchzogen, die dem Stück etwas von seiner Härte nehmen sollen. Für Puristen kommt dieses, in den Songs „Honour & Courage“, „Killing ground“ und „Wolves of the north“ wiederkehrendes Stilelement sicher einem Frevel gleich – in der sparsam eingesetzten Form auf „Rockers & War“ sollte dies allerdings kein Problem darstellen. Dennoch mag dem Debauchery-Fankreis damit der nächste Zwiespalt bevorstehen, der nach einer Umfrage verlangt.

Die schwäbische Ein-Mann-Kapelle plus Studioanhang hat ihre Ursprünge im Death Metal. Dennoch macht sie besonders bei rockigen Songparts eine besonders gute Figur. In Kombination mit Gullaths deftigen Growls direkt aus der Hölle, kennt der geneigte Hörer dieses Phänomen auch von den Amis Six Feet Under. Also warum nicht das Beste daraus machen und zwei völlig unterschiedliche Albumhälften zusammentackern? – so lange bis Thomas Gullath seine bereits angedeutete Zweitband am Start hat, die sich nur auf Hardrock konzentrieren soll. Gesagt, getan! Und so bläst dem Hörer weiterhin eine Mischung aus derben Extrem Metal und augenzwinkernden AC/DC-Rip-Offs wie „3 riff hit“, „New rock“ und „Demon lady“ um die Ohren, die in jeder Biker-Kneipe für pure Ekstase sorgen dürften. Dass das Ergebnis am Ende nicht zerfahren oder wie eine laue Auftragsarbeit anmutet, ist das Verdienst von Thomas Gullath, in dessen Brust zwei Herzen gleichzeitig schlagen, ohne aus dem Takt zu kommen.

Anspieltipps:

  • 3 riff hit
  • New rock
  • Demon lady
  • Honour & Courage
  • There is only war

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