Papercuts - You Can Have What You Want - Cover
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Papercuts You Can Have What You Want


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Papercuts ist das musikalische Projekt des amerikanischen Singer/Songwriter Jason Robert Quever und mit „You Can Have What You Want“ wird man Ohrenzeuge der musikalischen Zeitreise eines von euphorisch-dunklem Pop, verschrobenen Psych-Folk und „The Velvet Underground“ dominierten 1960s-Sounds ins Hier und Heute.

Bereits auf dem Vorgänger begeisterte der Musiker aus San Francisco mit seiner ungemein verträumten Nostalgiereise, Hörerschaft wie Kritiker gleichermaßen. Und die Erwartungen an den „Can’t Go Back“-Nachfolger wurden dementsprechend auch von allen Seiten sprunghaft in die Höhe katapultiert. Quever erzählte in einem Interview, er habe sich während der Entstehungszeit dieser Platte kontinuierlich DVDs der original „Twilight Zone“ TV-Serie reingezogen. Dies wird dann wahrscheinlich auch der entscheidende Faktor gewesen sein, der jene mystische, melancholische und besondere Atmosphäre seines nunmehr dritten Studioalbums verursacht hat und damit sogar die gesteigerten Erwartungen an sich und neues Liedermaterial noch übertrifft.

„Once We Walked In The Sunlight“ ist der semi-psychedelische Auftakt in ein Album, auf dem Quevers Stimme majestätisch gelassen über allem zu schweben scheint und das für ein chilliges Lagerfeuer-Sit-In am Meer wie geschaffen scheint. Auch das mit Echo-Orgel, sechziger Jahre Musikreferenzen vors Ohr hallende, „Dictators Lament“, das hymnisch-verträumte „Machine Will Tell Us So“ oder der eingängig(st)e Titeltrack sind schlicht bezaubernd und verkriechen sich beharrlich in den Gehörwindungen. Ohne einzigen Wermutstropfen schaffen die „Papercuts“ ein Album wie aus einem Guss, auf dem jeder einzelne Song als kleiner Höhepunkt zu bezeichnen ist und das somit seinem Titel mehr als gerecht wird. Ob auf dem akustisch verschleierten, äußerst organisch klingenden und einfach hypn(ohr)ischen „Perculiar Hallelujah“ oder der aus rhythmischer Energie, Drums, Keyboard und Gesang verschwommenen Melodienmasse eines „Dead Love“.

Die Papercuts versprechen auf „You Can Have What You Want“ hörbar nicht zu viel. Jason R. Quever und seine musikalischen Begleiter weisen den Weg durch einen hier und da klanglich verzwickten, manchmal auch düster anheimelnden, aber stets angenehm und wohltuenden Pop-Nebel und meistern so die eigens auferlegte akustisch-qualitative Messlatte mit Bravour.

Anspieltipps:

  • Machine Will Tell Us So
  • Peculiar Hallelujah
  • Dead Love
  • You Can Have What You Want

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