Ikaria - Repair My History - Cover
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Ikaria Repair My History


  • Label: Cobretti/Broken Silence
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Hervorgegangen aus verschiedenen Bands, starteten Ikaria ihre Laufbahn 2006 und fanden aus diversen Städten ihren Weg nach Hamburg, wo sich ein Sound festigte, der die Koordinaten Post-Rock, Shoegazer sowie Indie-Pop/Rock vorweist. Das dient allerdings höchstens als vage Beschreibung, denn Genre-Einbahnstraßen werden konsequent umschifft, so dass auf dem Debütalbum „Repair My History“ unter den Fittichen von Produzent Thom Kastning (Sometree, SDNMT, Siva) im Berliner Bellevue Studio ein Sound regiert, den man sich erarbeiten muss, dafür aber umso eindringlicher ist. Mittlerweile in Berlin beheimatet spielen sich Ikaria den Frust von der Seele, mischen Eingängigkeit mit psychedelisch sehnsüchtigen Momenten und lassen auch Gitarren-Eruptionen nicht zu kurz kommen. Nach der EP „Fiber“ nun also ein spannungsvolles Album mit Langzeitwirkung.

Der Opener „Ease“ kommt vorerst als sanftmütiger Einstieg daher und eröffnet mit unterschwelligen Beats sowie filigranem Gitarrenspiel, wird aber im Laufe des Songs dank der breakbeat-artigen Drums und wundervollen Rhythmuswechsel dringlicher, so dass besonders die träumerisch inszenierte Gitarre und der mitunter hoffnungslose, dafür aber umso markantere Gesang als Fixpunkte dienen, an denen vorbei dem Song viele Freiheiten gelassen werden, die Ikaria bestens nutzen. Da der Einstieg in „Repair My History“ aber durchaus schwierig werden kann, bietet sich „Tenable Sedation“ an, der sich mit seiner vermeintlich dunklen und fiesen Ausstrahlung an den Lauschern festbeißt. Das Schlagzeug lauert, die Gitarre steigert sich gen Lärm, kommt dann aber wieder melodisch einschmeichelnd zur Ruhe und die Vocals sinnieren von „gin and cigarettes“, während die Textzeile „I need a break“ vielsagend wiederholt wird und schließlich den geschrieenen Höhepunkt einleitet. Großes Kopfkino!

„Perpetual“ dient direkt danach als Ruhepol, dem die Klaviersounds sehr gut stehen und jazzig angehauchtes Drumming für Wohlklang sorgt. Leider muss man trotzdem sagen, dass es so ein deutliches Ausrufezeichen wie „Tenable Sedation“ auf dem Album kein zweites Mal gibt, es jedoch stets hochwertig bleibt und vor allem die tief greifende Atmosphäre aus „Repair My History“ ein nicht alltägliches Album macht, dem Genregrenzen fremd sind. In der Gesamtheit ein ordentlich bis gutes Werk, welches es dem Hörer auf angenehme Art nicht einfach macht und mit besagtem Song die Wertung um einen Punkt hebt.

Anspieltipps:

  • Ease
  • Tenable Sedation
  • Perpetual
  • Requirements For Habits

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Niente
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