Pajaro Sunrise - Done/Undone - Cover
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Pajaro Sunrise Done/Undone


  • Label: Lovemonk/Nova Media
  • Laufzeit: 67 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie betreten eine Tierhandlung und da sind alle möglichen Arten von Tieren. Da ist dieses eine Tier, anders als all die Anderen, sie anstarrend mit diesen großen runden Augen und Sie möchten nur noch dahin schmelzen. Noch mal zurückspulen. Sie betreten einen Musikshop und von allen Seiten tönen Ihnen schon die neuen Alben entgegen, die sich so sehr ein neues Zuhause wünschen. Da ist dieser eine Klang, anders als all die Anderen, sanft Ihre Ohren umschmeichelnd und Sie möchten nur noch dahin schmelzen. Ein Klang irgendwo zwischen Jack Johnson und den Fleet Foxes den dieses Duo „Pajaro Sunrise“ da auf ihrem Quasi-Doppelalbum „Done/Undone“ erschafft. Nach ihrem Debüt in ganz Spanien und diversen Orten in ganz Europa gefeiert, folgt ihr neues Output auf ganz großen, flauschigen Sohlen.

Die Band beschreibt ihr Werk zwar mit der Vergangenheit und der Zukunft (daher der Titel), doch die Tierhandlungsstory passt ebenso wie die Faust aufs Auge und ist mal etwas Anderes, nicht wahr? So lernen wir auf der ersten Hälfte „Done“ das Tier und seine Geschichte kennen, also seine Vergangenheit (um der Idee gerecht zu werden). Hundertsekundenperlen wie „Lil’ Gunner“ und „Eleven Days“ paaren sich mit gefühlvollen Gitarren-Pop-Stücken der Marke „Beggar/Lover“, die mitreißen und doch ganz sacht dabei bleiben. Im Vordergrund steht immer das unschuldige, sanfte Kleid der Lieder, das von Akustikgitarren und gehauchtem Gesang lebt. Da ist das härteste schon, wenn ein Country-Einschlag in „Done“ oder „The Things You Cherish Most“ aufkommt. Der Gesamtstimmung entsprechend wird man von „Drunk“ liebevoll auf die nächste Platte geführt.

Da muss es doch mehr zu erzählen geben!? Nein, denn auch wenn die vielen kurzen Stücke nicht für Langeweile sorgen, ist ihr Stil doch recht ähnlich. Es ist schön, die Lieder in einem Fluss anzuhören und irgendwie begeistert jede kleine Perle aufs Neue. Lieblinge kann sich bei dieser Anzahl jeder selbst heraussuchen. Die zweite Hälfte wird dann gleich poppiger und zurück zu unserer Kurzgeschichte: Jetzt ist das kleine Tierchen also im neuen Zuhause angekommen und erlebt die ersten großen Abenteuer mit Herrchen, ist stets auf Entdeckungstour und voller Vorfreude und Neugierde. Dementsprechend wird das Album nun mit einem Schlag poppiger und munterer. Wer bei „Kinda Fantastic“ nicht schmunzeln muss, wenn er das Synthie-Glockenspiel hört, dem ist wohl nicht mehr zu hefen oder er ist engstirnig gegen ruhigen Pop ausgerichtet. Kleine Spielereien machen auf „Undone“ den Unterschied und dazu noch glücklichere Harmonien als bereits zu hören waren. Da wäre „Hungry Heart“, welches ebenfalls ein debiles Grinsen voller Glück auf das Gesicht zaubern dürfte. Der Höhepunkt des Albums für den Rezensenten ist dann allerdings das recht konventionelle „Summerface“, das mit dem schönsten Refrain (subjektive Meinung) des Albums aufwarten kann.

Es ist verspielt, es ist bunt, aber nicht quietschbunt. Es ist für Kinder, aber nicht kindisch. Pajaro Sunrise haben schlichtweg den Mut „süß“ zu sein und ihre Musik wie ein Sufjan Stevens so zu gestalten, wie sie allein es für richtig halten. So tanzt man sich durch manche Stücke, singt leise mit (um die Interpreten nicht zu übertönen) und erwischt sich immer wieder mit dem Lächeln auf den Lippen. Zweifelsohne läuten Pajaro Sunrise den Sommer ein und der einzige Grund jetzt noch in der Stube zu hocken, ist wohl, das neue Pajaro-Sunrise-Album zu genießen. Des Öfteren dürfte allerdings „Undone“ erklingen, denn diese bunte Zukunft reißt einfach noch mehr mit, als der schon schöne Auftakt.

Anspieltipps:

  • Beggar/Lover
  • Runnin’ Anticlockwise For A Fall
  • Summerface
  • Hungry Heart

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