Kingfisher Sky - Hallway Of Dreams - Cover
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Kingfisher Sky Hallway Of Dreams


  • Label: Suburban/SOULFOOD
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur mal langsam mit den jungen Pferden! Progressive Myth-Rock als Mischung aus Heart, Tori Amos, Kate Bush, Peter Gabriel, Mike Oldfield, Pink Floyd und Porcupine Tree? Was soll denn das bitte sein? Ein experimentelles Prog-Monster, das den Hörer verschlingt bevor er überhaupt die Play-Taste drückt? Gemessen an Kingfisher Skys Debüt „Hallway of dreams“ auf die der oben genannte, musikalische Cocktail zutreffen soll, ist das Ungeheuer eher eine stubenreine Fruchtfliege, die niemandem etwas Böses will. Möglicherweise war die Intention hinter der bereits im Oktober 2007 in den Niederlanden veröffentlichen Scheibe einige Anleihen der jeweiligen Künstler in eigene Kompositionen umzuwandeln, doch abgesehen von den Pop-Ausflügen eines Mike Oldfield in den 80ern (z.B. „Moonlight shadow“) und ganz zarten Prog-Essenzen, ist auf „Hallway of dreams“ eher ein schlichtes Gothic Folk-Ambiente mit weiblichem, sirenenhaften Gesang zu vernehmen.

Dass das keinesfalls schlecht sein muss, beweist die holländische Truppe, rund um Judith Rijnveld (Gesang), Daan Janzing (Gitarre), Edo van der Kolk (Gitarre), George van Olffen (Keyboard), Eric Hoogendoorn (Bass) und dem ehemaligen Within Temptation-Drummer Ivar de Graaf, eindrucksvoll in der ersten Hälfte ihres Erstlings und kann neben einigen härteren Passagen durchaus frischen Wind ins Genre bringen. Zwar beschränkt sich das eher auf das packende Songwriting, das von Judiths glasklarer Gesangsstimme erleuchtet wird, nichtsdestotrotz liefern Kingfisher Sky mit „Balance of power“, „Big fish“ oder dem Titeltrack eindrucksvollen female fronted Metal ab, der mit romantischen und einprägsamen Melodien nur so um sich wirft und jedem Anhänger von After Forever, Nightwish oder eben Within Temptation ans Herz gelegt werden sollte.

Ab „Through my eyes“ dürfte den sechs Herrschaften allerdings die Puste ausgegangen sein und mit Ausnahme des letzten Aufbäumens „Seven feet“ reiht sich ein plätscherndes Etwas an das nächste. Aus dieser substanzlosen zweiten Hälfte machen Kingfisher Sky auch gar keinen großen Hehl und verkleben die ohnehin schon angeschlagenen Songs mit einsilbigen Vorträgen der Marke „Dududu“ oder „Ooohooo“, das es fast unglaublich scheint noch immer derselben Band zu lauschen, die vor etwa einer Viertelstunde ausgefeilte Arrangements, subtile Folk-Elemente und einen packenden Spannungsbogen in ihren Stücke vorweisen konnte. Dieser herbe Einbruch ist letztendlich schuld daran, dass „Hallway of dreams“ nicht das erhoffte Meisterwerk wird, welches sich in den ersten 20 Minuten angebahnt hat. Aufs Abstellgleis sollte der Sechser deswegen trotzdem nicht geschoben werden, da ausreichend Potenzial vorhanden ist, das aber wohl erst richtig eingesetzt und in den eigenen Kontext gebracht werden muss.

Anspieltipps:

  • Big Fish
  • Seven Feet
  • Balance Of Power
  • Hallway Of Dreams

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