Shirley Lee - Shirley Lee - Cover
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Shirley Lee Shirley Lee


  • Label: Weatherbox/ALIVE
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwie erinnert das Debütalbum des „Spearmint“-Sängers Shirley Lee an einen typischen und klimatisch äußerst durchwachsenen Apriltag. Warmer Sonnenschein wechselt mit Nieselregen, dunkle Wolken kommen und gehen und es weht auch mal ein ungemütlicher Wind durch die Ohren.

Ende 2009 soll die neue LP seiner Londoner Indie-Pop-Band „Spearmint“ fertig gestellt sein und bis dahin versucht Songschreiber und Frontmann Shirley Lee, mit seinem ersten Solowerk, allen Fans die Zeit des Wartens ein wenig angenehmer zu gestalten. Und das gelingt ihm auch die meiste Zeit- jedoch nicht durchgängig. „Upside Down On Brighton Beach“ ist das lahme hors d’oeuvre der kommenden vierzig Minuten und mag aufgrund seiner einschläfernden Monotonie einfach nicht zünden. Auch Stücke wie „The Lights Change“, „Come On Feel The Lemonheads“ oder „Smitten“ sind zwar allesamt nett anzuhören und mit Liebe zum Detail arrangiert. Aber um sich ein langfristiges Abo in des Hörers Kopf und Ohr zu verdienen, fehlt es am gewissen Wiedererkennungseffekt und klingt dann doch eher wie „Nada Surf“ auf Schlaftabletten.

Ganz anders ergeht es mit dem eingängigen und verzückenden „Dissolving Time“, der all das biete was man von einem markigen und begeisternden Gitarren-Track erwartet und schon eher in den qualitativen Sphären von Shirley Lees „Spearmints“, den „Death Cab For Cutie“ oder den „Weakerthans“ wandelt. Genauso wie das frühlingshafte und einen luftig-leichten Sound-Purzelbaum schlagende „The Smack Of The Pavement In Your Face“ oder das von einem Ohr ins andere rüber poppende „The First Time I Saw Snow“. Die Indie-Faustregel funktioniert hier einfach: harmonische und unbeschwerte Melodien treffen auf melancholisch angehauchte Lyrics. Auch dem dezent rockenden und von zerrenden E-Gitarren angeheizten „The Traffic In The Street“ und dem atmosphärisch-intim gestimmten „The Reservoir“ lauscht man mit Wonne.

Schlussendlich behält auf „Shirley Lee“ die akustische Sonne knapp die Oberhand. Eine Vielzahl hörbar erfreulicher Nummern vertreiben einige ihrer bewölkten und langatmigen Lieder-Kollegen in den Hintergrund. Und ein neugierig machender Appetitanreger für zukünftiges Songmaterial seiner Gruppe „Spearmint“ ist der selbstbetitelte Erstling von Shirley Lee allemal.

Anspieltipps:

  • Dissolving Time
  • The Smack Of The Pavement In Your Face
  • The First Time I Saw Snow
  • The Last Song

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