Scott Matthew - There´s An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge It With A Voltage Thats So Violent To Cross It Could Mean Death - Cover
Große Ansicht

Scott Matthew There´s An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge It With A Voltage Thats So Violent To Cross It Could Mean Death


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier musiziert ein leiser Krachmacher, dessen Krach allerdings nicht auf lärmende Vertonung, sondern eindringliche musikalische Anmut zu beziehen ist

Der Wahl-New Yorker Scott Matthew präsentiert auf seinem zweiten Longplayer zum wiederholten Male erstaunlich anrührende, dunkel-düstere Songwriter-Spitzen, die sich in Klagen und Zuversicht aalen, sich zwischen Romantik und Bitternis bewegen und der persönlichen Definition seines Musiker-Daseins als „quiet-noise-maker“ in allen Belangen gerecht werden.

„There’s An Ocean That Divides“ kombiniert eindrucksvoll Elemente aus Folk- und wohldosierter Orchestermusik sowie klassischem Singer/ Songwritertum, stellenweise entflammt und stets veredelt durch Matthews so zerbrechlich anmutende Stimme, die an die Baritone Sentimentalität eines Antony Hegardy („Antony And The Johnsons“) oder auch den melancholischen Charme eines Matt Berninger („The National“) erinnert. Matthew überzeugt mit seinen auffallend zurückhaltenden Arrangements, wie im betörenden Entree „Every Traveled Road“, dem leisen Streicherepos „For Dick“ oder dem schwermütigen „White Horse“.

Auch das mystisch gedämpfte Duett mit Holly Miranda auf „Dog“ oder die Ukulele-Passagen zum melodiösen Bläsereinsatz in „Ornament“ treffen diskret und emanzipiert von jeglichem Pathos mit Behutsamkeit ins Herz. Immer in eine akustische Wolke aus angenehmen Zweitstimmen, samtartigem Chorgesang, Bläsern und Streichinstrumenten gebettet. Aber stets ohne jeglichen Ansatz von theatralischem Katzenjammer oder schwermütiger Selbstverliebtheit vorgetragen. So ertönt hier ein trauriges Schifferklavier auf „Community“, dort geleitet ein gespenstiger Flüstereigen den Titeltrack und auch das Piano geschwängerte „Friends And Foes“ nistet sich Seelenschwer ins Ohr.

Mit seiner Selbsteinschätzung liegt Scott Matthew goldrichtig. Hier musiziert ein leiser Krachmacher, dessen Krach allerdings nicht auf lärmende Vertonung, sondern eindringliche musikalische Anmut zu beziehen ist. Ein australischer Liedermacher, der mit den feinen Melodien seines „There’s An Ocean That Divides“ ein sehr großes und dickes Ausrufezeichen setzt.

Anspieltipps:

  • Every Traveled Road
  • Ornament
  • Dog (Duet With Holly Miranda)
  • There Is An Ocean That Divides
  • Friends And Foes

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

Travelin' Thru 1967-1969: Bootleg Series Vol. 15
  • 2019    
8.5/10

Bloom Innocent
  • 2019    
Diskutiere über „Scott Matthew“
comments powered by Disqus