Oleta Adams - Let´s Stay Here - Cover
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Oleta Adams Let´s Stay Here


  • Label: Koch Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

1985 entdeckte das Pop-Duo Tears for Fears, Roland Orzabal und Curt Smith, die Sängerin Oleta Adams. Zusammen brachten sie „Seeds of Love“ heraus und Tears for Fears machten nicht nur deshalb richtig Karriere. 1990 erscheint das erste Soloalbum innerhalb eines Plattenvertrages der Soulsängerin, „Circle of one“, welches Roland Orzabal mit produzierte. Auf dieser CD befand sich auch ihr größter Hit, „Get here“, eine Coverversion eines Songs von Brenda Russel, den Adams so vortrefflich mit ihrer unfassbar eindringlichen emotionalen Interpretation veredelte.

Diese Stimme gehorcht der 47-Jährigen immer noch und auch wenn die Erfolge nach den Erfolgen in den 90ger Jahren eher bescheidener ausfielen, singt und komponiert Oleta Adams weiterhin unermüdlich. Sie setzt dabei auf, Soul, Gospel und Jazz als musikalische Stilelemente und außer zwei Songs, „Feelin' good“ und „Don't explain“, schrieb Oleta Adams alles selbst. Die warme dunkle Stimmfarbe der Soul-Diva dominiert alle Songs, die alle mindestens vier oder fünf Minuten Länge aufweisen.

Und da sind wir schon bei der Crux des Werkes: Oleta Adams verlässt sich zu sehr auf ihre wirklich unverwechselbare Stimme und präsentiert musikalisch die angezogene Handbremse, wobei ihre Songs die Spieldauer nicht ausfüllen können Da gibt es einfach zu wenig Ideen zu hören, die genauso fesseln wie die Stimme. „Don't explain“ ist ein Beispiel dafür: Anfangs a cappella, was für Gänsehaut sorgt, zieht sich der Song in die Länge, da fällt nur das Organ der Sängerin positiv auf. Zu selten werden die beschaulichen Jazz/Soulpfade verlassen, einzig „Act Of Forgiveness“ besitzt so etwas wie Tempo und begeistert mit „Soul trifft Funk“ inklusive harmonischen Backgroundchor.

Man kann der Amerikanerin nicht vorwerfen, dass sie nur auf ihre Stimme setzt, das ist ja ein wirkliches Pfund mit dem sie wuchern kann, doch die Festlegung auf allzu sanfte „Feierabend-Erwachsenen-Erholungs-Musik“ vergibt die Chance, ein breiteres Publikum zu erreichen. Es wäre ein interessantes Projekt, wenn Oleta Adams mit den angesagten aktuellen Produzenten des Genres arbeiten würde und ihrer formidablen Stimme auch gute moderne Arrangements zufügen könnte, das wäre eine Hoffnung für die Zukunft.

Anspieltipps:

  • Picture You The Way That I Do
  • Another Day Has Come And Gone
  • Act Of Forgiveness

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