Robert Oberbeck - Light The Place Of Darkness - Cover
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Robert Oberbeck Light The Place Of Darkness


  • Label: Analoghaus
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Robert Oberbeck bringt mit „Light the place of darkness“ seine dritte CD raus. Dabei hat er eine Vielzahl von Gastmusikern (u.a. Tom Ripphahn von Hands On Wheels, Markus Rill und Thorsten Wingenfelder von Fury In The Slaughterhouse) um sich geschart, was seinem Album den letzten Kick gibt. Beim ersten Durchhören könnte noch der Verdacht aufkommen, dass es sich um einen amerikanischen Songwriter in der Tradition von Bob Dylan, Van Morrison oder dem frühem Bruce Springsteen handelt. Doch ein Blick ins Booklet verrät, dass Robert Oberbeck aus Marburg aus der Lahn kommt.

So eine Scheibe von einem deutschen Songwriter zu hören, erstaunt. Im Opener „Victoria“ erzählt Oberbeck die Geschichte von einer Frau, die nur auf einem Foto für den Betrachter existiert und ihn auf diese Weise für ein kurzes Stück des Lebens begleitet. Ein melancholisches Stück, das vor allem von der sanften, rauchigen Stimme Oberbecks im Zusammenspiel mit Piano, Gitarre und Cello lebt und bewegt. „Happy End“ zeugt vom ungebrochenen Optimismus eines Mannes, der gebeutelt vom Schicksal weiterhin an ein Happy-End im Leben und der Liebe glaubt. Der Song kommt sehr lebhaft und kraftvoll aus den Lautsprechern, nicht zuletzt durch die eingängige Melodie der E-Gitarre.

Nach zwei Songs über Liebe und Hoffnung kommt mit „Theo & Anna“ der bewegendste Titel. Oberbeck begegnete der Geschichte von Theo & Anna Kreutz am Sinti- und Roma-Denkmal in Dreihausen und erzählt wie die beiden Kinder 1943 nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht worden sind. Der Song zeigt musikalische Finesse, da er anfangs in Dur und ab der Deportation in Moll gehalten ist, um dann am Ende, als es um die Grabsteine der beiden geht, in Dur übergeht, was Oberbeck als Hoffnung, dass sie nie vergessen werden sollten, symbolisiert sehen will. „Light the place of darkness“ schrieb Oberbeck in Paris als die Massenunruhen in den sozial schwachen Stadtteilen herrschten. Für ihn hätte einzig in der verfahrenen Situation die Liebe der Menschen zueinander geholfen, nicht die Wasserwerfer, die die Unruhen letztlich zerschlugen. Das Zusammenspiel der Instrumente gibt dem Hörer hier genau das Maß an Wärme, das der Text ausstrahlt.

Das Album schließt mit „Good-night“ das Oberbeck seiner kleinen Tochter gewidmet hat. Mit naiven Worten gibt er seine ganze Liebe und Wärme in dieses nur von der Akustikgitarre begleitete Lied, das sich am Ende heimlich aus der CD herausschleicht.

Durch eine leicht dumpfe Produktion wird eine intime, fast schmeichelnde Atmosphäre kreiert. Doch kann auch das nicht verhindern, dass die zweite Albumhälfte nicht dem hohen Level der ersten Hälfte folgen kann (Ausnahme „Good-night“). Auch wenn Musik und Text immer wieder aufs Neue eine Harmonie eingehen, will der Funke nicht mehr überspringen, da die Songs zu wenig sind variantenreich und oft demselben Strickmuster folgen..

Anspieltipps:

  • Victoria
  • Theo & Anna
  • Light the place of darkness
  • Good-night

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