Klau! - Unterwegs Nach Leipzig - Cover
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Klau! Unterwegs Nach Leipzig


  • Label: Analoghaus
  • Laufzeit: 57 Minuten
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2.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Zeitgleich mit dem Labelkollegen Robert Oberbeck veröffentlicht Analoghaus die Klau!-Debüt-CD „Unterwegs nach Leipzig“. Doch im Gegensatz zu erstgenanntem Songwriter geht Klau! einen deutlich rockigeren, teilweise punkigen Weg. Startpunkt nach Leipzig ist die „Droge“. Easy-Lounge-Musik mit einer Stimme, die an den jungen Stoppok erinnert, empfängt den Zuhörer und verlässt ihn (zumindest im Fall des Rezensenten) auch sehr bald wieder. Das liegt keineswegs an der lockerleichten, gut produzierten Musik, sondern am Text, der sich in seiner Ambivalenz so sehr widerspricht, dass offen bleibt, was die eigentliche Absicht war.

Aber gut, nach einem Titel aufgeben ist nicht drin! Also weitergehört und siehe da, „Sucht“ überzeugt als mitreißender Rocksong, der keine großen Schwächen hat und eingängig ist. Nachdem also die Leipzig-Reise an Fahrt aufgenommen hat, wird es wieder ruhiger und die Titelzeile „Lass uns die Freiheit, zu seh’n wohin es führt“ im Song „Lass mich los“ zeigt das große Manko der Platte: Es bleibt völlig offen, was Klau! dem Hörer sagen will. Der Pressetext sagt zwar „ehrliche Texte“, doch dann bleibt zu fragen, wieso die Texte wie aus dem Poesiealbum gesampelt wirken.

Ab „Vollmond“ hat sich die Musik eingependelt und bleibt im Mid-Tempobereich stecken. Genauso wirkt auch die Produktion, die frei von Ecken und Kanten ist. Alles ist so eingependelt, dass sich Entspannung einstellen soll. Tatsächlich führt das nur dazu, dass das Interesse stetig nachlässt. Einzig das eine oder andere Gitarrensoli wie bei „Trotzdem“ fällt noch positiv auf. Doch dann kommt der ultimative Schwachpunkt. „Schaden“ bietet plakative Texte, eine Punkattitüde in der Stimme und einen musikalischer Soundbrei, was dazu führt, dass der Song sich zu einem einzigen musikalischen Ärgernis entwickelt. Es bleibt zu vermuten, dass eigentlich geplant war, die 68er Revolte gemixt mit Ton, Steine, Scherben plus 90er-Jahre-Technik zu einem modernen deutschen Punksound zu produzieren – das ist aber gründlich schiefgegangen.

Der Rest des Albums entschädigt insofern, als dass es keine größeren Ausreißer gibt, immerhin klettert man wieder auf das ohnehin schwache Niveau. Bleibt zu hoffen, dass sich Klau! bei weiteren Veröffentlichungen entscheidet, in welche Richtung er sowohl textlich als auch musikalisch gehen will, sonst verschwindet er ganz fix im Sumpf der vielen deutschsprachigen Interpreten.

Anspieltipp:

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