Maroon - Order - Cover
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Maroon Order


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer sich „Order“ in dem Glauben anhört, jemand hätte im Bandnamen bloß die „5“ vergessen, der wird ganz schnell aus dem Wald geblasen, in dem er steht. Denn mit dieser Scheibe liefert die deutsche Metalcore-Größe Maroon ihr fünftes Studioalbum ab, das jeden Weichspüler gnadenlos niedermäht.

Die ehemals sehr Hardcore-lastige Truppe aus der Straight-Edge-Szene lässt spätestens seit dem vorangegangenen Album „The Cold Heart Of The Sun“ den Metalpart deutlich überwiegen und bringt in „Order“ mehr denn je die Einflüsse aus verschiedenen Sparten zum Vorschein. Schon im Ruhe-Vor-Dem-Sturm-Intro, fast schon ein ungeschriebenes Gesetz des Genres, gefolgt vom knüppeldicken Opener „Erode“, wird dies deutlich.

„Stay Brutal“ hält den Hörer mit vielen Tempowechseln und Soli vom Feinsten auf Trab, bevor der Fast-Titeltrack „A New Order“ so richtig zum Mitgrölen einlädt („No one will ever see what I see / No one will ever reach what I reach“). Die gediegene Nummer „Bleak“ zeugt mit Akustikgitarren und Streicherklängen von reifem Songwriting und lässt stellenweise eine Gothic-artige Stimmung aufkommen; die Band trägt bei solchen Ausflügen aber glücklicherweise nie zu dick auf, sondern bleibt ihrem Stil treu.

Dem ultimativen Headbanger „This Ship Is Sinking!“ folgt ein Intermezzo, welches glücklicherweise nicht zu lang geraten ist und flüssig in die zweite, kleinere Hälfte des Albums übergeht. Shouter Andre Moraweck experimentiert ein wenig mit seiner Stimme, erkennt dabei aber sehr wohl seine nicht allzu weit auseinanderliegenden Grenzen. In „Children Of The Next Level“ kommen seine Vocals mit einer solchen Wucht, dass die ersten Takte des Songs in keifende Black-Metal-Sphären der wilden Sorte abdriften. Das andere Ende der Fahnenstange macht sich vor allem im bereits erwähnten „Bleak“ bemerkbar. Bevor man sich zu sehr an den beinharten Metalsound der fünf Thüringer gewöhnt hat, klingt die Scheibe auch schon langsam aus.

Beim abschließenden „Schatten“ sollte man nochmal ganz besonders die Ohren spitzen. Denn, wie es der Titel schon erahnen lässt, wurde der Song mit komplett deutschem Text versehen, wohingegen auf dem Vorgängeralbum nur Satzfetzen in der deutschen Sprache versteckt waren. Mit einem raffiniert verwerteten Gedicht findet „Order“ also ein angenehmes Ende mit melancholischem Touch. Zurück bleibt, nach intensiver Beschäftigung mit dem Album, ein sehr positiver Eindruck. Denn „Order“ steckt voller Ideen und erfreulicher Einflüsse, nicht zuletzt vom Heavy-Metal-Urgestein Metallica, und verfällt nie in einen Trott, da praktisch keine Wiederholungen auftreten um kreative Löcher zu stopfen. Ein ausgefeiltes Songwriting lässt da, großzügig ausgedrückt, weder für Denker noch Mosher Wünsche offen.

Wer schon an „The Cold Heart Of The Sun“ Gefallen fand, wir bei „Order“, vielleicht nach kurzer Eingewöhnungszeit, sicherlich auch durchstarten. Und wer nicht gleich die Repeat-Taste drücken will, der besorge sich die Limited Edition mit vier brutalen Bonustracks, darunter eine überraschende Coverversion des Undertones-Hits „Teenage Kicks“.

Anspieltipps:

  • A New Order
  • Stay Brutal
  • Bleak
  • Schatten
  • Children Of The Next Level

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