Das Bierbeben - Das Bierbeben - Cover
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Das Bierbeben Das Bierbeben


  • Label: Shitkatapult/ALIVE
  • Laufzeit: 70 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bierbeben-Mastermind Jan Müller, hauptberuflich Bassist bei den immer grandioser werdenden Tocotronic, legt mit seinem größten Nebenprojekt nun bereits das dritte Album vor. Der sympathische Cocktail aus Punk, Pop, Techno und jeder Menge Protest zündet zwar nicht an jeder Stelle, aber dafür manchmal um so gewaltiger.

Große Themen werden von Müller in einfache Worte gefasst. Widerstand, Herrschaft, Freiheit und ein neuer Anfang sind die Motive. Intoniert werden die Songs von Julia Wilton, wobei ihr säuselnder Gesangsstil die leider teilweise bis an die Schmerzgrenze wiederholenden Texte noch am besten auffängt. Man darf Müller aber durchaus unterstellen, dass er gerade diesen Nervfaktor in Anlehnung an die großen Protestbands der Siebziger bewusst wollte. „Der König“ zeigt dennoch, wie es besser geht: Nach den ersten vier Tracks erwartet man wahrlich nicht mehr eine solche Steigerung! Der Song an sich ist ein Hit, der Text ein kritischer Volltreffer. Leider erreicht im weiteren Verlauf nur noch „Abschied“ annähernd dieses Niveau.

Obwohl sich Das Bierbeben explizit als ein Projekt der „Künstelrgruppe im Namen des Volkes“ ausgibt, ist man von formaler Schwere weit entfernt. Skizzenhaft wirken viele Stücke, fast schon wie eine Art unmögliches Readymade im musikalischen Sinn, obwohl sich produktionstechnisch allein durch den Aufenthalt in gleich vier Studios im Vergleich zu den Vorgängern einiges getan hat. Doch dadurch wird erst der Charme der Aufnahmen begründet, welche ein Gefühl von naiver Abgeklärtheit aufkommen lassen und den Hörer hiermit durchaus zu fesseln vermögen, wenn er sich denn drauf einlässt.

Anspieltipps:

  • Der König
  • Abschied

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