Colin Linden - From The Water - Cover
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Colin Linden From The Water


  • Label: True North/ALIVE
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch nie von Colin Linden gehört? Unbemerkt wahrscheinlich schon, denn er hat auf über 300 unterschiedlichen Plattenaufnahmen mitgewirkt und hat an die 70 Alben produziert. Seine Songs wurden von beispielsweise The Band, Colin James, Keb Mo, Tab Benoit, The Blind Boys Of Alabama, Whitey Johnson und Michelle Wright gecovert. Außerdem war er auf dem Soundtrack von „O Brother Where Art Thou?” vertreten. So ganz nebenbei ist er auch noch Mitglied der Roots Supergruppe Blackie And The Rodeo Kings und zuletzt tourte er mit Emmylou Harris.

Nun liegt sein bereits elftes Solo Album mit dem Titel „From The Water“ vor. Der Tod seines langjährigen Wegbegleiters und Musikers Richard Bell war der traurige Anlass für dieses Album, an dem viele enge Freunde Bells mitgewirkt haben. Da wäre Co-Produzent und Drummer Gary Craig, Bassist Johnny Dymond, Bryan Owing (Drums, Percussion) sowie John Whynot, der Keyboards spielte und für Aufnahme und Mix verantwortlich war. Zudem spielten Paul Reddick Harmonika und die Memphis Horns (featuring Wayne Jackson) mit.

Als Elfjähriger traf Linden Howlin’ Wolf, der ihm empfahl Charlie Patton und Son House zu hören. Für Colin Linden öffneten sich ganze Welten, die auch auf den neuen Songs herauszuhören sind. Schon der Titelsong im mittleren Tempobereich hat diesen lässigen Groove, der sich letztlich durchs ganze Album zieht. Immer wieder drängt diese gefühlvoll gespielte Slide Gitarre in den Vordergrund, während die Backingband mit treffsicheren Harmonien und Rhythmen den Songs Swing, Flow und Groove beibringt. All das ist schon viel, doch die Krone setzt Colin Linden den Songs mit seiner Stimme auf. Warm, schmeichelnd und soulful ist sie, die pure Ausdruckskraft. Nicht zu vergessen das perfekte, gleichzeitig leidenschaftliche Songwriting, das immer knietief im herrlich unschematischen Blues watet und mit glücklich geschmeidigem Händchen gen Roots Rock a la The Band schielt und auch nichts gegen die ein oder andere Brise Soul (z.B. auf dem wunderbaren „Between The Darkness And The Light Of Day“) einzuwenden hat.

Überdies steckt die persönliche Note, Betroffenheit und Liebe in diesen Songs, die das von Linden selbst produzierte Album zu einer Großtat werden lässt. Man kann nicht genug kriegen davon. Da kommt die kürzlich erschienene und äußerst preiswerte 4-CD-Box „The Columbia Years“ mit Alben aus den 80ern und 90ern gerade recht.

Anspieltipps:

  • From The Water
  • Between The Darkness And The Light Of Day
  • I Have Seen A Miracle
  • John Lennon In New Orleans
  • Sinking Down Slow

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