Dieter Thomas Kuhn - Schalala - Cover
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Dieter Thomas Kuhn Schalala


  • Label: Koko/EDEL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Wer hätte in den seligen „ZDF-Hitparaden“-Zeiten gedacht, dass 20 Jahre später ein Schlager-Revival einsetzen würde, das vor allem ein Mann dominierte: Dieter Thomas Kuhn, Spitzname „Singende Föhnwelle“, hatte zusammen mit seiner Band Erfolge von denen andere träumen. Dabei war und ist er eigentlich ein Parodist, der auch den schlechten Kleidergeschmack inklusive Brusthaartoupet in seine Bühnen-Show integrierte. Er nahm sich eben diesen alten 70er-Jahre-Schlagern an und schaffte z.B. bei der Interpretation von Reinhard Meys „Über den Wolken“ tatsächlich eine schnelle, spanisch angehauchte Nummer zu machen, die einfach Spaß verbreitet. 1999 kam es dann zum Anschlusskonzert, denn Kuhn wollte musikalisch mal wieder etwas anderes machen.

Nach erfolglosen Versuchen als Solosänger ohne seine Band und ohne Schlager startete Kuhn 2004 sein Comeback als Schlagerinterpret. Er füllte wieder die Konzerthallen und seine Fans freuten sich. Trotzdem ist heutzutage der Schlagerwahnsinn nicht mehr so angesagt wie Mitte der 90er Jahre, das steht wohl fest. Unter dem Label seines Managers gibt es nun Neues „Altes“ von Meister Kuhn auf CD: 14 Songs von fremden Komponisten gibt er und seine Band zum besten, wobei Songs von Howard Carpendale und Udo Jürgens mehrfach vorkommen. Seltsamerweise sind aber nicht die reinen Party-Tracks in der Überzahl, sondern eher die Liebesschnulzen wie „Lucille“.

Bei den Songs von Carpendale kopiert Kuh sogar dessen Akzent, was ehrlich gesagt zu viel des Guten ist. Denn man sollte die Parodie nicht übertreiben und den Howie zu sehr zu kopieren und das gewohnte Augenzwinkern sucht man leider vergeblich. Gut gefällt „Der Puppenspieler von Mexiko“, der trotz E-Bass (!) seine Partytauglichkeit behält und eben eine Interpretation ist und nicht wie der große Rest leider ein reines Nachsingen der alten Hits darstellt, bei denen Kuhn immerhin stimmlich durchaus überzeugt. Die frische Ideen für musikalische Änderungen an den Songs hat Kuhn früher besser drauf gehabt und es ist zweifelhaft, ob diese eher mutlosen Schlager-Parodien heute noch angenommen werden.

Für die unbelehrbaren Schlagerfans ist alles klar, die neue von Kuhn muss gekauft werden und wer soll noch schwach werden? Für Partys ab 1,5 Promille ginge es vielleicht auch noch, aber die „Fetenhits“ Schlager-CD der 70er Jahre ist auch schon in vielen Plattenschränken zu finden. Es ist sehr schade, dass Dieter Thomas Kuhn sich anscheinend nicht mehr traut, diese Songs mal richtig zu verfremden, was sicher spannender wäre als das reine allzu brave Plagiat.

Anspieltipps:

  • Der Puppenspieler von Mexiko
  • Es fährt ein Zug nach Nirgendwo
  • Popcorn

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