Rascal Flatts - Unstoppable - Cover
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Rascal Flatts Unstoppable


  • Label: Disney Records/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Europäer durfte schon öfter der Kopf geschüttelt werden, wenn es um den Musikgeschmack der Amerikaner ging. Was dort in den Billboard Charts die Pole Position belegt, beschränkt sich nicht selten auf die üblichen Verdächtigen und einigen geschickt in Szene gesetzten Querschlägern, weswegen Erfolg in diesem Sinne für viele Popstars beliebig reproduzierbar scheint und den Musikmarkt in den USA als Schlaraffenland für Wiederholungstäter aussehen lässt. Obwohl diese These in einer gewissen Weise sicher auch für das europäische Festland gilt, so ist es doch auffällig, dass Multimillionen-Seller wie Rascal Flatts hierzulande nicht einmal annähernd einen Fuß in die Tür bekommen und drüben eine mehrfach mit Platin ausgezeichnete Platte nach der anderen veröffentlichen, die mit den Vorgängern nahezu identisch ist.

Um das auch über „Unstoppable“ (welch subtiler Titel) zu sagen, ohne auch nur einen einzigen Ton vom sechsten Album des Country Pop-Trios gehört zu haben, bedarf sicherlich keiner hellseherischen Fähigkeiten, zumal Gary LeVox (Gesang), Joe Don Rooney (Gitarre, Gesang) und Jay DeMarcus (Bass, Keyboard, Gesang) sich sicher lieber ins Knie schießen würden als nach über 15 Millionen verkaufter Platten etwas an ihrem Erfolgsrezept zu ändern und das besteht nun mal aus dezenten Rockgitarren, schmachtenden Stimmen und einer ordentlichen Prise Country, wodurch der musikalische Handlungsfreiraum nicht nur schon sehr eingeschränkt ist, sondern auch zusätzlich sichergestellt werden muss, dass selbst der prüdeste Hinterwäldler von keinen anstößigen oder allzu politischen Texten vor den Kopf gestoßen wird (siehe Dixie Chicks).

Also singen LeVox, Rooney und DeMarcus eben über die Liebe und das schöne Leben und gefallen sich als emotional aufgeladene Country-Versionen der Goo Goo Dolls oder Bon Jovi vor allem dann am besten wenn in einem 1A-Schmachtfetzen wie „Here comes goodbye“ die Gitarren aufjaulen und lautstark ins Mikro geraunzt werden darf. Zum Glück verfügen die Drei allesamt über ausgebildete Singstimmen und haben damit beinahe jedes Mal wenn sie den Mund aufmachen die Sympathien auf ihrer Seite, was dummerweise vom stinklangweiligen Balladenkitsch, der immerhin etwa 80% der Platte in Anspruch nimmt, gekontert wird und den ohnehin stets vorhersehbaren Longplayer fast unerträglich macht. Wenigstens „Close“ und „She´d be California“ versprühen Spielwitz und Charme, stehen mit ihrer flotten Herangehensweise verhältnismäßig aber auch ziemlich alleine da. Somit ist „Unstoppable“ nicht einmal als „guilty pleasure“ für hartgesottene Country-Fans zu gebrauchen und die Frage wieso Rascal Flatts noch immer nicht in Europa durchgestartet sind um eine Erklärung reicher.

Anspieltipps:

  • Close
  • She´d Be California

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