69 Chambers - War On The Inside - Cover
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69 Chambers War On The Inside


  • Label: Silverwolf/SPV
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Schelm, wer beim Cover zu „War on the inside“ und der Zahl 69 an nicht jugendfreie Dinge denkt. Natürlich sind derartige Eye Catcher nicht zufällig und diese um Aufmerksamkeit buhlende Strategie keineswegs neu, aber in unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist es nun einmal wichtig vor allem im stark überbevölkerten Rock-Genre mit solchen Reizen, wenn man denn welche vorzuweisen hat, die eigene Publicity anzukurbeln, da es als Newcomer selten reicht mit ein paar guten Ideen Fuß zu fassen. Nina Treml (Gesang, Gitarre), Maddy Madarasz (Bass) und Michi Brugger (Schlagzeug) alias 69 Chambers aus der Schweiz hätten diese Fleischbeschau ihrer blonden Sängerin möglicherweise gar nicht nötig gehabt, da ihr Debüt ohnehin für sich selbst sprechen kann.

In etwa zwischen den Guano Apes und Die Happy angesiedelt jagt der Dreier nämlich 13 starke Rocknummern durch den Äther, das dem Hörer bei einigen Tracks schon mal die Spucke wegbleibt. Als Auftakt knallen die Schweizer mit „The day of the locust“ nämlich eine vorzügliche Breitseite mit variabler Schlagzeugarbeit aus den Boxen, schlagen in punkto Tempo bei „Bloodaxe“ und in Sachen Melodieverständnis bei „Thinking about you“ kleinere Kurskorrekturen ein, legen dann einen etwas lahmen Titeltrack hin, der lediglich eine Mischung der vorangegangenen drei Stücke ist, während „Ex nihilo“ als erster Ruhepol im dezenten Trip Hop-Mantel für bedrohliche Stimmung sorgt. Ausgeruht und gestärkt geht es dann wieder in flottere Gefilde, was Nina in „Return of the repressed“ und „Judas goat“ gleich zum Anlass nimmt neben den hereinbrechenden Metal-Eruptionen ein paar fiese Growls vom Stapel zu lassen.

Danach ist es mit der härteren Gangart aber wieder vorbei und 69 Chambers verlassen sich auf ruhiges Balladenmaterial („The collapse of time and space“, „Wind feeds fire“), zünftigen Alternative Rock („Dead letter office“, „Final memento“, „Automatic automata“) oder vertrauen als Abschluss auf die Vorzüge einer Akustikgitarre gepaart mit Tremls sinnlich bis rockig hingerotzten Vocals. Für ein Debüt ist die Hit-Ausbeute also gar nicht mal schlecht und trotz des einen oder anderen vorhersehbaren Songaufbaus gibt es auf „War on the inside“ eigentlich keinen einzigen Füller zu beklagen. Die bereits sehr eigenständige Crossover-Mischung aus Heavy Metal, ein wenig Grunge, Alternative Rock und dem glücklicherweise nicht überhand nehmendem Balladenschmalz dürfte dementsprechend nicht nur des Covers wegen für offene Ohren sorgen.

Anspieltipps:

  • Ex Nihilo
  • Judas Goat
  • Final Memento
  • The Day Of The Locust

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