Ronan Keating - Songs For My Mother - Cover
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Ronan Keating Songs For My Mother


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ronan Keating hatte das Comeback mit seiner Band Boyzone eigentlich gar nicht nötig. Zu gut lief es für ihn solo und er war der einzige der Gruppe, der wirklich großen Erfolg zu verbuchen hatte. 1998 starb seine Mutter Marie Keating an Brustkrebs und fast elf Jahre später nutzt er sein neues Werk als Konzeptalbum: Die Lieblingssongs seiner Mutter interpretiert er neu und setzt mit dem einzigen selbst komponierten Track „This is your song“ seiner Mutter ein musikalisches Denkmal. Dabei wurden keine Kosten und Mühen gescheut, denn Produzent Steve Lipson (Pet Shop Boys, Annie Lennox und Simple Minds) unterstützte den smarten irischen Sänger bei seiner musikalischen Rundreise durch die sanften Songs von Größen wie Cyndi Lauper, Elvis Presley oder Garth Brooks.

Außerdem kommt Keating ein ganzes Orchester zu Hilfe und verpasst den Balladen den Bombast für den Keating schon länger steht. Dabei bewegt sich der Sänger mit seinen Interpretationen auf einem sehr schmalen Grat zwischen einer absoluten Überdosis Kitsch-Pop, garniert mit Orchester-Sahne sowie dezenter irischer Folklore, die man sich nur schwer anhören kann.

Der in Irland als Fußballhymne geltende Track „The Wild Mountain Thyme“ wirkt mit Orchester sehr majestätisch und gut, da geht das Konzept hörbar auf. Dagegen bleibt einem bei dem Cover von R. Kellys, „I Believe I Can Fly“ nur die Skip-Taste am CD-Player, um nicht dauerhaft an Überzuckerung zu leiden. Das einzige flotte Track „Suspicious Minds“, den Elvis Presley und die Fine Young Cannibals früher so gelungen meisterten, überzeugt auch nach der Keating'schen Behandlung: Mit viel Schwung und Stimmgewalt macht Ronan Keating endlich mal eine gute Figur. Gesanglich kann man Ronan Keating sowieso keinen Vorwurf machen, er beherrscht die sanften Töne nahezu perfekt, doch wäre vielleicht ein Silberling mit akustischen Versionen dieser Songs dem Ziel näher gekommen, nicht ganz so pathetisch zu klingen.

Für sehr ruhige Stunden ist der Longplayer durchaus zu empfehlen, aber zum Muttertag würde ich das Werk nicht unbedingt verschenken: Welche Mutter möchte eine CD bekommen, die einer toten Mutter gewidmet ist? Die Erlöse der CD fließen übrigens löblicherweise größtenteils in die Stiftung der verstorbenen Mutter Keating, welche sich der Brustkrebsprävention verschrieben hat. In Großbritannien enterte das Album die Numero Eins der Charts und bewies einmal mehr, dass vertonte Gefühle sich gut verkaufen lassen.

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